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Verbrannte Worte - verbotene Autorin: Annette Kolb (1870-1967) Vortrag von Martina Bracke, Dortmund, mit anschließender Diskussion
"Vergeblich ist das Lebenswerk der meisten; ein Novum in der Literaturgeschichte: sie sehen, wie immer erfolgreich sie waren, ihre Bücher verboten oder verbrannt. Wie viele von ihnen besaßen noch ein Exemplar jedes ihrer Werke? Wenn alles gesagt ist: unser besseres Ich ist es doch, das wir in unseren Schriften ablagern. Es bei Lebzeiten erstickt oder beiseite gebracht zu sehen, bleibt ein unheimliches Gefühl." Annette Kolb, Tochter eines bayrischen Gartenarchitekten und einer französischen Pianistin, wuchs mit der Liebe zu zwei Ländern auf und war den Machthabern nach 1933 per se verdächtig. Eine Frau, die sich zu Wort meldete, mit ihrem Pazifismus bereits im Ersten Weltkrieg aneckte, engen Kontakt zu Thomas Mann und seiner Familie pflegte, reiste und schrieb durch die verschiedenen Zeiten hindurch: Kaiserzeit, Weimarer Republik, Exil, Deutschland und Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. Noch im hohen Alter von 97 Jahren besuchte sie Israel, um die Heiligen Stätten zu sehen und den jungen Staat kennen zu lernen. Zu ihren Werken gehören Biografien und Porträts zu Mozart und Schubert, aber auch zu dem Staatsmann und Friedensnobelpreisträger Briand, beschwingte Romane sowie Essays und Aufzeichnungen über das Exilleben.
