Inhalt Seitenleiste
Gauleiter Alfred Meyer und die Universität Münster Vortrag von Dr. Kristina Sievers, Herne, mit anschließender Diskussion
Seit der Weimarer Reichsverfassung ist die „Freiheit von Wissenschaft und Lehre“ an den Universitäten rechtlich verankert. Doch immer wieder stellt sich die Frage, wie frei und unabhängig die Universitäten wirklich sind. Besonders brisant ist diese Frage für die Zeit des Nationalsozialismus. Die Situation an der Universität Münster wurde vor allem in den ersten Jahren nach der „Machtergreifung“ von verschiedenen Parteiorganisationen und dem zuständigen Ministerium als politisch schwierig eingestuft. Dies lag jedoch nicht daran, dass es an der Universität Widerstand gegen den Nationalsozialismus gegeben hätte, sondern vielmehr an dem großen Interesse des Gauleiters Alfred Meyers, dessen politische Karriere in den späten 1920ern in Gelsenkirchen startete. Der Vortrag zeigt auf, wie sich diese Einmischungsversuche an der Universität bemerkbar machten und wie vor allem die Spitzen der Hochschulverwaltung ‑ die Rektoren und Kuratoren ‑ mit der Gauleitung interagierten
