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Lesung und Gespräch Raphael Westermeier liest „Deutschland im Zeichen des Hakenkreuzes“ von Manuel Chaves Nogales, Einführung: Frank Henseleit im Gespräch mit Dr. Iuditha Balint und Dr. Markus Günnewig
Im Frühjahr 1933 bereist Manuel Chaves Nogales für eine groß angekündigte Reportage der Zeitung AHORA das nationalsozialistische Deutschland nach der Machtergreifung. In zwölf Reportagen durchleuchtet er das Leben unter Hitler und entschlüsselt die gezielte Manipulation der Bevölkerung. Er berichtet über die Militarisierung aller Bereiche der Gesellschaft und den entfesselten Antisemitismus. Chaves Nogales durchschaut schon früh die Mechanismen hinter diesem faschistischen Regime, welches sich nur auf den Krieg und die Eliminierung aller politischen Gegner vorzubereiten scheint. Weitsichtig erlaubt sich Chaves die Frage: „Wird es auch in Spanien Faschismus geben?“
Manuel Chaves Nogales (Sevilla, 1897–London, 1944), Autor und bedeutendster Journalist in Spaniens Zweiter Republik, geriet aufgrund des Verbots seines Namens unter Franco in völlige Vergessenheit. Seine nicht zu brechende Liberalität beeinflusst seit seiner Wiederentdeckung in den 1990er Jahren den neu entfachten Diskurs über Spaniens Geschichte. Sein Werk umfasst Erzählungen, Romane und Reportagen und enthält wichtige Dokumente für das Verständnis der Funktionsweisen von militärischer Gewalt und propagandistischer Falschinformation.
Raphael Westermeier ist seit 2020 am Schauspiel Dortmund engagiert. Nach langjährigen Stationen an den Theatern in Ulm und Tübingen führten ihn Gastengagements unter anderem nach München, Freiburg und Budapest. Neben seiner Arbeit am Theater steht er auch immer wieder vor der Kamera und ist seit 2023 Landesvorsitzender NRW der Bühnengewerkschaft GDBA. Frank Henseleit (geboren 1964 in Dortmund) ist Autor und Betreiber des Kupido Literaturverlags. Er übersetzt aus dem Spanischen, Portugiesischen und Katalanischen, u.a. Manuel Chaves Nogales, Jorge Luis Borges, Ángel Crespo, Fernando Pessoa, Mário de Sá-Carneiro und Joan Brossa. Dr. Iuditha Balint ist Direktorin des Fritz-Hüser-Instituts und Dr. Markus Günnewig Leiter der Gedenkstätte Steinwache.
In Kooperation mit dem Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt.
