Inhalt Seitenleiste
Jörn Leonhard: Der Erste Weltkrieg Europäische Krise und globaler Konflikt
Jörn Leonhard: Der Erste Weltkrieg: Europäische Krise und globaler Konflikt
Der Erste Weltkrieg sprengte alles, was sich die Welt vor 1914 hatte vorstellen können. Er wirkte wie die Büchse der Pandora – jenes mythische Schreckensgefäß, aus dem alle Übel der Welt entwichen, als man gegen den Rat der Götter seinen Deckel hob. Und der Krieg war nicht erst seit 1917, seit dem Eintritt der Vereinigten Staaten und den Revolutionen in Russland, ein globales Phänomen, sondern vom ersten Tag an. Wenn sich seine Zusammenhänge weltweit ausbildeten und sich die Menschen den Krieg auch sehr bald als ein globales Phänomen vorzustellen begannen, so blieb doch die jeweilige konkrete Erfahrung der Menschen im Krieg lokal. Diese besondere Spannung zwischen globaler Imagination und lokaler Erfahrungswelt sollte ein Kennzeichen dieses „glokalen“ Krieges werden. Der Vortrag behandelt den Weg von der europäischen Krise zum Weltkrieg, indem er exemplarische Beispiele für diese Übergänge untersucht. Dadurch wird erkennbar, wie vielschichtig das Panorama dieses Krieges sich weit über die Westfront und über Europa hinaus darstellte. Ob in der dynamischen Veränderung von Handlungsspielräumen, den rasanten militärischen Entwicklungen oder den immer rascheren Wandlungen der Kriegsgesellschaften: Weltweit wurde erkennbar, dass sich die konkreten Erfahrungen ganz unterschiedlicher Zeitgenossen in diesem Krieg immer weiter von den Erwartungen entfernten, mit denen Menschen den Beginn des Krieges im Sommer 1914 erlebt hatten.
Professor Dr. Jörn Leonhard, geb. 1967, ist seit 2006 Inhaber des Lehrstuhls für Westeuropäische Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Achtung: Die Veranstaltung findet im Stadtarchiv (Märkische Straße14) statt!
