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Joana Seiffert: „Der Norden, der Dortmunder Wedding, gehört den Arbeitern!“ Politische Gewalt im Dortmunder Norden am Ende der Weimarer Republik
In den letzten Jahren der Weimarer Republik avancierte der Dortmunder Norden, in jener Zeit eine regionale Hochburg der KPD, zu einem Brennpunkt politischer Gewalt. In nicht selten blutigen Auseinandersetzungen suchten die Kommunisten ihre „Festung“ gegen die Eroberungsversuche ihrer politischen Feinde zu verteidigen. Die Nationalsozialisten trafen im Norden Dortmunds auf die wohl massivste Gegenwehr, was dazu führte, dass die Kämpfe um diesen Stadtteil mehr und mehr an Symbolgehalt gewannen. In dem Vortrag werden einzelne Fälle politischer Gewalt einer genaueren Betrachtung unterzogen, um auf diese Weise die ganz eigene Dynamik und Eskalationslogik gewaltsamer Auseinandersetzungen sowie die Handlungs- und Deutungsmuster der an ihnen beteiligten Akteure aufzuzeigen. Von großer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang, dass insbesondere die Wahrnehmung des Dortmunder Nordens als einer „roten Hochburg“ und einer Art „Stadt für sich“, nicht nur durch die Kommunisten und Nationalsozialisten, sondern gerade auch durch die Dortmunder Polizei, einen wesentliche Beitrag zur Eskalation der Gewalt bis hin zum so genannten „Dortmunder Blutsonntag“ geleistet hat.
Joana Seiffert M.A., hat Geschichte und Evangelische Theologie an der Ruhr-Universität Bochum und der University of Nebraska at Omaha, USA, studiert und ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für soziale Bewegungen im Haus der Geschichte des Ruhrgebiets in Bochum. Seit Sommer 2012 promoviert sie mit Unterstützung eines Stipendiums der Gerda Henkel Stiftung über politische Gewalt im Ruhrgebiet in der Weimarer Republik.
