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Er rührte an den Schlaf der Welt. Ernst Busch Vortrag von Jochen Voit
Ernst Busch (1900–1980) war einer der schillerndsten Bühnenstars, die Deutschland im 20. Jahrhundert zu bieten hatte. Einer, dem der Ruch der Revolte anhaftete. Eine Ikone der Linken. Berühmt wurde er 1930 als Moritatensänger in der Verfilmung der „Dreigroschenoper“, legendär als singender Truppenbetreuer im Spanischen Bürgerkrieg und berüchtigt durch die Hymne „Die Partei hat immer recht“. Sein Publikum berauschte sich am Klang seiner metallenen Stimme, schmückte ihn mit Beinamen wie „Barrikaden-Caruso“, „Rote Nachtigall“ und „singendes Herz der Arbeiterklasse“. Ernst Busch war Werftarbeiter in der Kaiserzeit in Kiel, Theaterschauspieler bei Piscator in Berlin, Kabarett-, Kino- und Schallplattenstar der späten Weimarer Republik, Gefangener des Naziregimes, international gefeierter Brecht-Schauspieler, Kapitalist, Stalinist und Querulant im SED-Staat, Kultfigur der westdeutschen 68er. Die Liste seiner Fans reicht von Heinrich Mann über Pete Seeger bis zu den Punks der Hamburger Hausbesetzerszene. Jochen Voit, dessen hymnisch gefeierte Biographie vor kurzem erschienen ist, zeigt an Hand von Film- und Tondokumenten eine Jahrhundertgestalt und ihre Epoche.
Jochen Voit (*1972) wurde nach dem Studium der Geschichte und Kommunikationswissenschaft Moderator von Musik- und Literatursendungen im Radio und freier Kulturjournalist (Süddeutsche Zeitung).
In Zusammenarbeit mit dem Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie
