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Buchvorstellung Ruth Hoffmann: Das deutsche Alibi. Mythos Stauffenberg-Attentat – wie der 20. Juli 1944 verklärt und politisch instrumentalisiert wird

Datum: 26.09.2024 19.00 Uhr
Ort: 44147 Dortmund, Mahn- und Gedenkstätte Steinwache
Preis: kostenlos

Zum 20. Juli 1944 scheint alles gesagt. Wir wissen, wie Claus Schenk Graf von Stauffenberg die Bombe platzierte, warum der Anschlag misslang und dass es trotzdem aller Ehren wert ist. Dass aber in Wirklichkeit rund 200 Personen, ein breites Bündnis von Menschen aller sozialer Schichten und unterschiedlichster politischer Couleur am sogenannten "Stauffenberg-Attentat" beteiligt waren, ist nur wenigen bewusst. Noch heute gilt der 20. Juli 1944 als "Aufstand des Gewissens" einer kleinen Gruppe konservativer Militärs, noch heute verstellt diese legendenhafte Überhöhung unseren Blick auf die Ereignisse und die gesellschaftliche Vielfalt der Verschwörung. Die Journalistin Ruth Hoffmann unternimmt eine umfassende und längst überfällige Dekonstruktion des Mythos "Stauffenberg-Attentat" und zeichnet nach, wie der 20. Juli seit Gründung der Bundesrepublik politisch instrumentalisiert wird: mal um sich gegen die DDR abzusetzen und kommunistische Widerständler zu diffamieren; mal um Politikern, die mit dem NS-Regime kollaboriert hatten, eine Nähe zum Widerstand anzudichten; oder, wie neuerdings die AfD, um die eigene Demokratiefeindlichkeit mit einem angeblichen Widerstandsgeist in der Tradition Stauffenbergs zu kaschieren.

Ruth Hoffmann hat Ethnologie, Geschichte und Politik studiert und ist Absolventin der Henri Nannen-Journalistenschule. Sie arbeitet als freie Journalistin für verschiedene Medien, u.a. Geo, den Stern, P.M. History, und Spiegel Geschichte. 2012 erschien Stasi-Kinder. Aufwachsen im Überwachungsstaat über die Kinder hauptamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR.

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