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Die ‚Entjudung’ des Wohnraums. Judenhäuser in Bochum Eine Buchvorstellung und Lesung im Jüdischen Museum Westfalen

Datum: 07.04.2011 19:30
Ort: Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten
Preis: 5 Euro

„...es ist schon halb ein Barackenleben, man stolpert übereinander, durcheinander. Und die ganze Judenheit auf einem Haufen.“ So schildert Victor Klemperer in seinen Tagebüchern das belastende Leben in den „Judenhäusern“. In allen Schilderungen über jüdisches Leben in Deutschland vor den Deportationen taucht das Stichwort „Judenhäuser“ auf – aber was war das eigentlich?

„Heraus mit den Juden aus den guten und billigen Wohnungen!“ – Mit dieser populistischen Parole der Nationalsozialisten aus dem Jahre 1939 begann die systematische Vertreibung der deutschen und österreichischen Juden aus ihren angestammten Wohnungen. Hinter dieser Politik standen nicht nur ideologische Prinzipien, sondern auch handfeste materielle Interessen. Viele Nichtjuden profitierten davon. Die Räumung der Wohnungen, die Einrichtung von sogenannten Judenhäusern, war überdies die erste Station des Weges, der über die Separierung und die Deportation zur Vernichtung führte.

In seinem soeben erschienenen Buch „Die Entjudung des Wohnraums“ dokumentiert der Bochumer Historiker Hubert Schneider den Weg von der Wohnungsräumung und der Einrichtung der Judenhäuser bis hin zur Deportation und Vernichtung der jüdischen Menschen. Er zeigt auf, unter welch teils katastrophalen Bedingungen die Menschen in den Häusern leben mussten und schildert Einzelschicksale.

Diese Bochumer Studie über die Ausgrenzung der Juden während der Jahre um 1940 betrifft nicht lediglich Lokalgeschichte. Das analysierte nahtlose Ineinandergreifen von hergebrachtem Antisemitismus, Propaganda, Gesetzgebung, staatlichen Zwangsmaßnahmen, Verwaltungshandeln und persönlicher Habgier geschah ebenso in allen deutschen Städten von Flensburg bis Konstanz.

Dr. Manfred Keller, Pfarrer i.R., Vorsitzender des Evangelischen Forums, wird das Buch vorstellen, der Autor Dr. Hubert Schneider, aus dem Buch lesen. Er war von 1974 bis 2004 an der Ruhr-Universität Bochum tätig.


Wann: Donnerstag, 7. April 2011, 19:30 Uhr
Wo: Jüdisches Museum Westfalen, J. Ambrunn-Str. 1, 46282 Dorsten
Eintritt: 5 € (Vereinsmitglieder 4 €)

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