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Gedenken an die ermordeten jüdischen Bürger Drensteinfurts 70 Jahre nach dem Reichspogrom von 1938
Sämtliche Juden des Amtsbezirks Drensteinfurt sind am 11. Dezember 1941 nach Riga evakuiert worden. So beginnt die Vollzugsmeldung des Drensteinfurter Amtsbürgermeisters vom 5. Januar 1942 an den Landrat in Lüdinghausen. Unter der Tarnbezeichnung Evakuierung wurden die jüdischen Familien Salomon, Seelig sowie die beiden Schwestern Emma und Helene Terhoch am 11.Dezember 1941 auf einem offenen Lastwagen nach Münster gebracht und zwei Tage später mit den meisten Juden des Münsterlandes nach Riga, in die lettische Hauptstadt, deportiert. In den Konzentrations- und Vernichtungslagern Riga, Salaspils, Auschwitz und Stutthof kamen neun der zehn aus Drensteinfurt Deportierten um. Lange Jahre wurde über ihr Schicksal in Drensteinfurt geschwiegen. Die Stolperstein-Paten, die sich intensiv mit dem Leben der früheren jüdischen Bürger Drensteinfurts beschäftigt haben, werden die Lebensläufe von sieben der Ermordeten am 9. November in der ehemaligen Synagoge vortragen. Die um 11.30 beginnende Gedenkfeier wird von Schülern der Städtischen Realschule Drensteinfurt, die die Patenschaft für Fanny Irma Solomon übernommen hat, musikalisch gestaltet. Die Verlegung der Stolpersteine, die jeweils von dem Künstler Gunter Demnig mit den Lebensdaten der Ermordeten versehen wurden, findet am 10. Dezember 2008 um 9 Uhr vor ihren letzten Wohnorten an der Hammerstraße 3 und auf dem Südwall vor dem Haus Nr.5 statt.
