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Eröffnung der Ausstellung:
„Betrifft: ‚Aktion 3‘ in Herford, Vlotho und Bielefeld“

Die Ausstellung thematisiert die Aktion 3, hinter dieser Tarnbezeichnung versteht sich die Anweisung von November 1941, wie bei der Deportation der deutschen Juden deren Vermögen einzuziehen sei. Die Enteignung erfolgte in enger Zusammenarbeit von Finanzbeamten mit Gestapo, Stadtverwaltungen, Hausverwaltern, Gerichtsvollziehern, Bankangestellten, Auktionären und Spediteuren.

Die Ausstellung im Zellentrakt besteht aus drei Teilen: Die Durchführung der Aktion 3 in Bielefeld (Übernahme einer Ausstellung des Stadtrarchivs Bielefeld), sowie jeweils eigens erarbeitete Ausstellungs-Tafeln und -Elemente für Vlotho und in Herford. Detailliert werden die Abläufe und  die Täter und Opfer in diesen drei Orten dargestellt und in den Gesamtrahmen eingeordnet. Es geht um die Versuche von Jüdinnen und Juden, vor der Deportation Hausrat und Erinnerungen zur retten, um die Beschlagnahmen und „Verwertungen“ nach den größeren Deportationen, die Profiteure der Aktion und um die Versuche einer „Rückerstattung“ nach 1945.

Joachim Jennrich (Vorsitzender des Kuratoriums Erinnern Forschen Gedenken e.V.) wird einige Grußworte sprechen; die beiden Kuratoren Thomas Gräfe und Christoph Laue begleiten die Ausstellung inhaltlich.

Die Ausstellung wird vom 4. April bis 21. Juli 2025 samstags und sonntags von 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung mit Führungen und pädagogischen Programmen für Gruppen/Schulklassen o.Ä. gezeigt.

Ab dem 28. April 2025 wird die Ausstellung durch die bereits mehrfach im Zellentrakt gezeigte Ausstellung „Einige waren Nachbarn“  Täterschaft, Mitläufertum und Widerstand des Holocaust Memorial Museums ergänzt. Sie behandelt eine der zentralen Fragen zum Holocaust:  Wie war der Holocaust möglich? Die zentrale Rolle von Hitler und anderen Führern der NSDAP ist unbestreitbar. Die Ausstellung untersucht die Rolle der gewöhnlichen Menschen im Holocaust und die Vielzahl von Motiven und Spannungen, die individuelle Handlungsoptionen beeinflussten. Diese Einflüsse spiegeln oft Gleichgültigkeit, Antisemitismus, Karriereangst, Ansehen in der Gemeinschaft, Gruppenzwang oder Chancen auf materiellen Gewinn wider.

Aktion für Demokratie auf dem Münsterkirchplatz

Der Kreisheimatverein Herford, die Fachstelle NRWeltoffen im Kreis Herford, das Marta HOCH2, die Theaterwerkstatt Bethel und das Kultur.Hand.Werk laden am 15. Februar von 12-14:30 Uhr zu einer Aktion für Demokratie ein. Auf dem Münsterkirchplatz wird in einem offenen Workshop mit Farbe, Stoff und Bewegung der Platz in eine Installation verwandelt.  Als Zeichen für die Demokratie, Vielfalt und Verbundenheit.  Bilder der Aktion werden aufgenommen und online geteilt, um auch im digitalen Raum ein Zeichen zu setzen.

Die Teilnahme ist jederzeit möglich. Bei Rückfragen: kreisheimatverein(at)kreis-herford.de, www.gegenrechts.info

Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen Am 30. März 2025 lädt die AWO Fachdienste für Migration und Integration Löhne und Bad Oeynhausen zu einem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen ein.

Das Lager Bergen-Belsen war nach Beginn des Zweiten Weltkriegs zunächst ein Lager für Kriegsgefangene. Schließlich, nach der Übernahme durch Teile des Lagers durch die SS, wurden auch Juden und Jüdinnen inhaftiert. Insgesamt 52 000 Häftlinge starben während der Haft oder unmittelbar nach der Befreiung an den Haftfolgen. Unter den Getöteten waren auch Anne Frank und ihre Schwester Margot Frank.

Die AWO Integrationsagenturen Löhne und Bad Oeynhausen laden herzlich zum gemeinsamen Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen ein.

Abfahrtsorte des Busses sind Löhne und Herford. Die Führung durch die Gedenkstätte dauert 3 ½ Stunden. Im Anschluss findet die Rückfahrt nach Löhne und Herford statt. Das Angebot ist kostenlos.

Aufgrund der begrenzten Teilnehmer*innenzahl ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Zur besseren Planung wird um eine Anmeldung bis zum 09.02.2025gebeten. Zur Anmeldung: Bitte mit Angabe Ihres Namens und Ihrer Telefonnummer anasmira.jakupovic(at)awo-owl.de Kontakt für Rückfragen: 0170 – 161 33 91

Dr. Maren Gottschalk liest aus ihrem Buch:
„Wie schwer ein Menschenleben wiegt. Sophie Scholl. Eine Biografie" Mittwoch, den 12.2.2025 um 19 Uhr im Flur der Gedenkstätte Zellentrakt

Frau Gottschalk behandelt in der Biografie die Beweggründe, die historischen Umstände und den Mut der Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Am Abend wird die Autorin einige Textpassagen vorlesen und mit Fotografien und Dokumenten eindrücklich vermitteln. Anschließend ist Zeit für Gespräche. Die Moderation des Abends übernimmt das Kuratorium, Erinnern, Forschen, Gedenken.

Ein Einblick in das Buch:

„Wir schweigen nicht, wir sind Euer böses Gewissen, die Weiße Rose lässt Euch keine Ruhe!", hieß es auf einem Flugblatt der kleinen studentischen Widerstandsgruppe in München, zu dessen innerem Kreis neben Alexander Schmorell und Hans Scholl dessen jüngere Schwester Sophie, Christoph Probst, Willi Graf sowie der Universitätsprofessor Kurt Huber gehörten. Postum ist die Studentin, die mit ihren Freunden furchtlos die Stimme erhob gegen das NS-Unrechtsregime und den Vernichtungskrieg, tatsächlich zu einem Gewissen der Deutschen geworden. Heute ist sie weltweit eine der bekanntesten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte. Schon wenige Tage nach Kriegsbeginn hatte die 18-jährige Sophie an ihren Freund Fritz Hartnagel, einen angehenden Berufsoffizier, geschrieben: „Ich kann es nicht begreifen, daß nun dauernd Menschen in Lebensgefahr gebracht werden von anderen Menschen. Ich kann es nie begreifen und ich finde es entsetzlich. Sag nicht, es ist für's Vaterland."

Und selbst als sie am 22. Februar 1943 vor Roland Freisler stand, sprach die 21-Jährige im Gerichtssaal unbeirrt aus, was sie dachte: „Was wir schrieben und sagten, das denken Sie alle ja auch, nur haben Sie nicht den Mut, es auszusprechen." Noch am selben Tag wurde Sophie Scholl mit dem Fallbeil hingerichtet. Zehn Jahre nach ihrer viel gerühmten Lebensgeschichte der Sophie Scholl legte Maren Gottschalk zum 100. Geburtstag der Widerstandskämpferin am 9. Mai 2021 eine neue Biographie vor.

Eintritt frei, wir bitten um Spenden

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