Inhalt Seitenleiste

Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg

Ausstellungseröffnung im LWL-INdustriemuseum auf Zeche Zollern, Dortmund

Verfasst am 21. März 2012

Am Sonntag (18.3.) wurde im LWL-Industriemuseum auf Zeche Zollern die internationale Wanderausstellung "Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg" der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora im Beisein von Zeitzeugen und ehemaligen Zwangsarbeitern eröffnet.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten mehr als 20 Millionen Kinder, Frauen und Männer aus fast ganz Europa im Deutschen Reich oder den besetzten Ländern Zwangsarbeit leisten. Die Ausbeutung der Menschen geschah nicht nur in Rüstungs- und Industriebetrieben, sondern auch auf Baustellen, in der Landwirtschaft, im Handwerk oder in Privathaushalten.

Biographische Ansätze und lokale Bezüge zum Ruhrgebiet und Westfalen

Die Ausstellung erzählt plastisch - unterstützt durch rund 450 Fotografien und Dokumente und ergänzt durch 38 Zeitzeugenberichte - anhand von über 60 Fallbeispielen erstmals die gesamte Geschichte dieses nationalsozialistischen Verbrechens und seinen Folgen nach 1945.

Bei der gewissenhaften Recherche der vorliegenden Geschichten, in Archiven in Deutschland und im Ausland, wurde besonderes Augenmerk auf das durch den nationalsozialistischen Rassismus geprägte Verhältnis zwischen Deutschen und Zwangsarbeitern gelegt und ausgelotet. In der propagierten "Volksgemeinschaft" gab es für das Verhalten des Einzelnen Handlungsspielräume. Wurde den Zwangsarbeitern ein Rest von Menschlichkeit entgegengebracht oder wurden sie erniedrigt und misshandelt?

Auf Initiative der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache der Stadt Dortmund, Mitglied des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und -Erinnerungsorte in NRW e.V., wurde die Schau nach Westfalen geholt. Die Wanderausstellung zeigt in ihrer chronologischen Darstellung konkrete Beispiele zur Zwangsarbeit in Dortmund auf und stellt Bezüge zu Städten und Branchen Westfalens und des Ruhrgebietes her. Für die Präsentation im LWL-Museum auf Zeche Zollern wurde die Ausstellung um das Thema Zwangsarbeit im Ruhrbergbau angepasst und erweitert. Denn auch auf der Zeche Zollern wurden Zwangsarbeiter aus sechs Nationen im Bergbau eingesetzt und ausgebeutet.

Umfangreiches Begleitprogramm

Zur Ausstellung hat Dr. Stefan Mühlhofer, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, ein umfangreiches Begleitprogramm erarbeitet. Dazu gehören Vorträge, Führungen, Exkursionen und weitere Veranstaltungen. Für Schulklassen gibt es ein eigens entwickeltes museumspädagogisches Begleitprogramm mit umfangreichen Unterrichtsmaterialien.

allgemeine Informationen

Die Ausstellung ist vom 18. März bis 30. September 2012

zu sehen im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

Grubenweg 5, 44388 Dortmund

geöffnet Di - So 10 - 18 Uhr, Einlass bis 17.30 Uhr

Eintritt: Erwachsene 5,00 Euro, ermäßigt 3,50 Euro, Gruppen ab 16 Pers.  4,50 Euro/Pers., Familien 10,00 Euro, Kinder und Jugendliche 2,00 Euro

Freier Eintritt: 21.4., 4.5., 20.5., 6.7., 7.9., 9.9.

Ausführliche Informationen zur Ausstellung unter:

<link http: www.ausstellung-zwangsarbeit.org>www.ausstellung-zwangsarbeit.org

zurück