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Neues Veranstaltungsprogramm der Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“ in Windeck-Rosbach erschienen Auch im ersten Halbjahr 2014 bietet die Gedenkstätte "Landjuden an der Sieg" wieder ein vielfältiges und informatives Veranstaltungsprogramm mit zahlreichen Vorträgen, Exkursionen, Friedhofsführungen sowie einer Ausstellung an.

Verfasst am 23. Januar 2014

Das Veranstaltungsprogramm der Gedenkstätte in Windeck-Rosbach wartet im ersten Halbjahr 2014 wieder mit etlichen interessanten Vorträgen auf. Am 16. März wird Felicitas Theile M.A. über das Thema „Pessach und Ostern. Zu den jüdischen Wurzeln des christlichen Pascha“ referieren. Auch wenn es heute erscheinen mag, als seien Ostern und das jüdische Pessachfest zwei völlig verschiedene Feste: Ostern hat einen jüdischen Ursprung. Vor seinem Tod feierte Jesus, der Jude war, mit seinen Jüngern das Pessachmahl, das in der christlichen Terminologie bekannt ist als „das letzte Abendmahl“. In weiteren Vorträgen beschäftigen sich PD Dr. Jürgen Nelles aus Bonn mit dem Thema „Brennende Bücher vor und nach 1933 – zur ‚Tradition’ einer kulturellen Barbarei in Literatur und Wirklichkeit“ (18. Mai) und Dr. Helmut Rönz aus Bonn mit „Retterwiderstand im Rheinland 1933 – 1945“ (15. Juni), einem vergleichsweise modernen Begriff in der Widerstandsforschung. Er kam Ende der 1990er Jahre auf, um das Phänomen der Rettung verfolgter Juden einzuordnen. Der Vortrag nimmt den im Rheinland zu Zeiten des Dritten Reiches geleisteten Retterwiderstand in den Blick und stellt das LVR-Projekt „Widerstand im Rheinland 1933-1945“ vor, um anschließend anhand von zahlreichen lokalen und regionalen Fällen – auch aus unserem Kreisgebiet – Formen, Motive und Entwicklung des „rheinischen“ Retterwiderstandes zwischen 1933 und 1945 zu beleuchten. Marianne Haas widmet sich zudem am 13. April in einem Vortrag und mit selbst getexteten und komponierten Liedern der von ihr geschaffenen Skulptur „Namenlos bin ich. Eine Skulptur in Erinnerung an die Häftlinge des KZ Dachau“.

Vom 5. – 23. Mai wird im Foyer des Kreishauses in Siegburg die Ausstellung „Ihr seid die Schande unserer Schule. Das kurze Leben des jüdischen Geschwisterpaares Ruth und Artur Seligmann“ zu sehen sein. Die vom Evangelischen Schul- und Jugendreferat Altenkirchen konzipierte Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Archiv des Rhein-Sieg-Kreises. Es geht um Alltagsszenen aus dem kurzen Leben des jüdischen Geschwisterpaares Ruth und Artur Seligmann aus Rosbach. Beide mussten ab 1933 nicht nur in ihrer Schule „staatlich organisiertes Mobbing“ erleben, eine Spirale der Ausgrenzung und Gewalt, die immer enger wurde. Im Spiegel der aktiven Erinnerung von drei Zeitzeugen sind Szenen einer Spurensuche eingefangen, die von Rosbach über Riga bis Stutthoff der Geschichte beider Geschwister und ihrer Eltern Willy und Johanna Seligmann folgt. Die 20 Rollup-Tafeln sollen vor allem Jugendliche ansprechen und konfrontieren mit vielen überraschend neuen Rechercheergebnissen, wie z.B. der Ghetto-Ehe Arturs mit einer jungen Kölnerin. Eine mehrtägige Exkursion wird vom 8. – 11. Mai nach Hamburg und Umgebung führen. Auf dem Besichtigungsprogramm stehen: Cohn Scheune in Rotenburg an der Wümme, alternative Hafenrundfahrt in Hamburg (Thema Zwangsarbeit, Widerstand und Verfolgung), Rundgang auf jüdischen Spuren durch das Hamburger Grindelviertel, Gedenkstätte Israelische Töchterschule, Museum für Hamburgische Geschichte (Führung „Jüdische Geschichte und Kultur in Hamburg“), Jüdisches Museum Rendsburg und KZ Gedenkstätte Neuengamme.

Darüber hinaus sind natürlich auch wieder die klassischen – seit Jahren etablierten – Programmpunkte aufgenommen: Führungen über den jüdischen Friedhof in Siegburg sowie der Besuch der Kölner Synagoge mit anschließendem koscheren Essen.

Auf die einzelnen Veranstaltungen wird das Kreisarchiv jeweils gesondert – rechtzeitig zum Termin – aufmerksam machen, da die Teilnehmerzahlen teilweise begrenzt sind und eine Anmeldung erforderlich ist.

Das aktuelle Programm ist bei der Geschäftsstelle der Gedenkstätte im Kreisarchiv, - Der Landrat -, Kaiser-Wilhelm-Platz 1, 53721 Siegburg, Telefon 02241/13-2928, Telefax 02241/13-3271 oder per E-Mail gedenkstaette@rhein-sieg-kreis.de kostenlos erhältlich. Ebenso ist es auf der Homepage des Rhein-Sieg-Kreises über www.rhein-sieg-kreis.de/gedenkstaette als pdf-Dokument herunter zu laden.

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