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Mehr „europäisches Rückgrat“ gegen das enge Korsett des klassischen Stundenplans Von Târgu Mures bis Kiel, von Salzburg und Aargau bis Eupen und Münster: Expertinnen und Experten aus Universitätsdidaktik und Unterrichtspraxis hinterfragten in der Villa ten Hompel gemeinsames Geschichtsbewusstsein

Verfasst am 30. April 2005

Didaktiker im Dialog, über Fakultäts-, Institutions- und Landesgrenzen hinweg: Über 40 Fachleute aus sieben europäischen Staaten trafen sich drei Tage lang zu einer Konferenz am Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster, um Chancen der Zusammenarbeit auszuloten und um im Erfahrungsaustausch Universitätsdidaktik und Unterrichtspraxis „bedarfsgerechter“ und besser zu vernetzen.

Ziel: Mehr „europäisches Rückgrat“ im didaktischen Diskurs, im Denken und Handeln gegen das enge Korsett, das der klassische Stundenplan oder Richtlinien oft vorgeben. Ganz gleich übrigens, ob in Târgu Mures oder Kiel, Salzburg, Aargau, Eupen oder Münster, wie Konferenzteilnehmer am Rande der Tagung schilderten. Trotz unterschiedlicher nationaler Identitäten und kultureller Vielfalt seien bestimmte bildungspolitische Strukturprobleme nämlich in etlichen Ländern durchaus ähnlich gelagert, beispielsweise bei den Lehrplan- und PISA-Debatten, im Zuge der Lehrerausbildung oder in Grundsatzfragen nach Bedingungen für eine Schule, „die wirklich Zukunft auf die Beine stellt“.

Doch wie verändert sich der Geschichtsunterricht im Zuge von Globalisierung und europäischer Integration? Wie kann er näher an Sprachen und Fächer wie Religion, Sozialkunde, Geographie heranrücken, ohne dass Konturen unzulässig verwischen oder dass Inhalte zu einem „Einheitsbrei“ vermengt werden? Zu solchen Leitfragen diskutierten renommierte Expertinnen und Experten. Sie beleuchteten in Vorträgen und Workshops anhand konkreter Beispiele, wo mehr Vernetzung lohnt, was an neuen Materialien oder an kreativen Ideen besondere Lern- und Lehrerfolge bringen kann.

Organisiert wurde die Konferenz vom Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, das Geschäftsführer Dr. Detlef Berntzen und Praxisphasenleiter Dr. Tobias Arand als Tagungskoordinator vertraten, in enger Zusammenarbeit mit dem Team des Forschungsprojektes „FUER Geschichtsbewusstsein“ um Prof. Dr. Waltraud Schreiber (Kath. Universität Eichstätt-Ingolstadt). Wobei Dr. Alfons Kenkmann als Professor für Geschichtsdidaktik in Leipzig und Gründungsgeschäftsführer des Geschichtsortes Villa ten Hompel einige Impulse aus dem universitären Kontext wie auch aus der Bildungsarbeit mit Polizeikräften in NRW beisteuerte.

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