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"Idyll und Verbrechen" auf dem Obersalzberg Genau 20 Jahre besteht die bisherige Dokumentation des Insituts für Zeitgeschichte und seiner Kooperationspartner im Berchtesgadener Land. Bald folgen Neubau und erweiterte Ausstellung: Glückwünsche aus der Villa ten Hompel. Gast aus Münster hatte weiteste Anreise zum Festakt des bayerischen Finanz- und Heimat-Ministeriums.

Verfasst am 21. Oktober 2019

"Hitler hat hier nicht das letzte Wort." An diesem Punkt waren sich die Veranstalter und alle Fachleute nachdrücklich einig, als das bayerische Finanz- und Heimatministerium jetzt mit Ressortchef Albert Füracker und mit den geladenen Gästen in Berchtesgaden das 20-jährige Bestehen der NS-Dokumentation auf dem Obersalzberg würdigte und zum "Blick auf die Baustelle" des Erweiterungsgebäudes einlud. Hohe Baukräne zeugen von den andauernden Arbeiten im architektonisch imposanten Ensemble. Gast mit der weitesten Anreise zum Festakt war nach Worten von Dr. Sven Keller, Projektleiter für das Bau- und Ausstellungsvorhaben im Institut für Zeitgeschichte (IfZ) München, Stefan Querl aus der Villa ten Hompel und von "Gegen Vergessen - Für Demokratie" e.V. in Münster. Kollegiale Grüße richtete der stellvertretende Leiter von seinem Vorgesetzten Dr. Christoph Spieker und von Gründungsdirektor Prof. Dr. Alfons Kenkmann aus. So sind die Institutionen in Westfalen und im Freistaat über Forschungstransfers und den Erfahrungsaustausch eng verbunden. Kenkmann gehört u.a. dem Wissenschaftlichen Beirat der Dokumentation an und ist Vorsitzender des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorte NRW.

In der NS-Diktatur galt das "Führersperrgebiet" mit Berghof als 2. Regierungssitz nach Berlin. Im Schutze der Bergwelt wurden Aktionen des Massenmords und der Okkupation europäischer Länder geplant und durch Befehle oder Besprechungen konkret vorbereitet. "Idyll und Verbrechen" lautet daher auch der Projektitel des IfZ und seiner Partner für die Ausstellung im Erweiterungsbau, u.a. mit Zugang zu den alten Bunkeranlagen, der in den nächsten Jahren fertiggestellt werden soll. Nach Krieg und Zerstörung des Berghofes hatten zunächst US-amerikanische Truppen den Obersalzberg beschlagnahmt und als "Recreation Area" genutzt. Allein die "Doku" besuchen inzwischen jährlich über 170.000 Menschen aus allen Teilen der Erde.

Details auf www.obersalzberg.de

Foto: Nelly Wacker

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