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Besucherinformationen NS-Dokumentationsstelle Villa Merländer

Für weiterführende Informationen besuchen Sie unsere Internetseite www.villamerlaender.de.

Die Villa Merländer ist an jedem 4. Sonntag im Monat und nach Vereinbarung (für Gruppen zwischen 10 und 15 Personen) für Besucher geöffnet, der Eintritt ist frei. Außerhalb der Schulferien sind Mittwochs von 10 bis 12 Uhr Freiwillige des Fördervereins vor Ort und geben gerne Auskunft.
Anfragen für Führungen unter Telefonnummer 02151-862703 oder E-Mail ingrid.schupetta@krefeld.de

Postadresse

NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld
47792 Krefeld

Besucheradresse im Stadtarchiv (Büros, Bibliothek und Sammlung der NS-Dokumentationsstelle)

Stadtarchiv Krefeld
Girmesgath 120
47804 Krefeld

Öffnungszeiten des Stadtarchivs
Montag bis Freitag 8.30 bis 12.30 Uhr
Montag bis Mittwoch 14 bis 16 Uhr
Donnerstag 14 bis 17.30 Uhr

So finden Sie uns

Die Villa Merländer ist mit den Straßenbahnen 042 und 043 (Haltestelle Moltkestraße) und einem Fußweg über die Roonstraße (etwa fünf Minuten) gut zu erreichen.

Autofahrer von außerhalb fahren über die Autobahn A57 bis zur Anschlussstelle 13, Krefeld-Zentrum, und über die B57 (Berliner Straße - Glockenspitz) in Richtung Stadtmitte, vorbei an dem Fußballstadion, bis rechts eine lange Fabrikmauer zu sehen ist. Als nächstes an der Einmündung der Grenzstraße rechts abbiegen. Weiter über die Uerdinger Straße (Ampel, Straßenbahnlinie) zur Ampelkreuzung Friedrich-Ebert-Straße. Hier bitte nach links abbiegen. Die Nummer 42 befindet sich auf der rechten Straßenseite in Richtung Innenstadt. Vier Parkplätze stehen auf dem Gelände zur Verfügung.

NS-Gedenken und Expressionismus

Die NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld wurde 1991 eröffnet. Sie betreut mit der Villa Merländer einen Ort, in dem:

  • einerseits die deutsch-jüdische Geschichte in besonderer Weise nachspürbar ist und in dem sich
  • andererseits zwei Wandbilder des Malers Heinrich Campendonk ansehen lassen.

In dem Haus an der Friedrich-Ebert-Straße 42 befinden sich außer den Wandbildern eine Ausstellung zum Thema "Krefeld und der Nationalsozialismus" und eine Installation "Luftschutzkeller". Das ehemalige Wohnzimmer dient als Veranstaltungsraum. Dort finden Lesungen, Vorträge, Filmvorführungen und kleine Konzerte statt.

Die Villa an der Friedrich-Ebert-Straße 42 wurde 1924/25 für den Seidenhändler Richard Merländer (geboren 1874 in Mülheim/Ruhr) gebaut. Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde er nach 1933 vom nationalsozialistischen Staat verfolgt. Er musste seine Firmenanteile aufgeben, seine bürgerliche Existenz wurde vernichtet. Man zwang ihn zum Verkauf seines Hauses. Stattdessen musste er 1941 in ein „Judenhaus“ umziehen. Der 68-jährige Richard Merländer wurde im Juli 1942 in das Lager Theresienstadt deportiert. Als nicht mehr arbeitsfähig schob man ihn im September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka ab. Wahrscheinlich wurde er kurz nach der Ankunft in der Gaskammer ermordet.

Sein Haus wurde nach der „Entjudung“ in ein Hotel umgewandelt und wechselte mehrfach den Besitzer. 1989 wurde es von der Stadt Krefeld angemietet. Nach der Entdeckung bedeutender Wandgemälde des Künstlers Heinrich Campendonk beschloss der Rat der Stadt Krefeld, in dem Haus ein Dokumentations- und Begegnungszentrum einzurichten, das sich mit der Zeit des Nationalsozialismus in Krefeld beschäftigt.

Die Verwaltung der NS-Dokumentationsstelle hat ihren Sitz im Stadtarchiv. Sie verfügt dort über eine große Bibliothek mit einem inhaltlichen Schwerpunkt auf der Regionalgeschichte des Nationalsozialismus. Die Bücher können zwar nicht ausgeliehen, aber im Lesesaal eingesehen werden. Ein Sonderbestand mit Büchern aus der NS-Zeit steht wissenschaftlichen Nutzern über Fernleihe zur Verfügung.