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Bundestagsabgeordneter besichtigt Villa Merländer Erinnerungsstätte wird von der Stadt Krefeld stiefmütterlich behandelt

Verfasst am 28. November 2008

"Die Stadt Krefeld begreift offenbar nicht, welches Kleinod ihr mit der Villa Merländer praktisch in den Schoß gefallen ist", bedauert Siegmund Ehrmann, stellvertretender Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Kultur und Medien. "Mit anderthalb Stellen ist das Dokumentationszentrum jedenfalls völlig unzureichend ausgestattet".

Der Bundestagsabgeordnete der SPD traf sich nun zum Gedankenaustausch mit der Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Krefeld, Frau Dr. Ingrid Schupetta, in der Villa auf der Friedrich-Ebert-Straße.

Nicht ohne Grund besuchte Ehrmann den Erinnerungsort gerade jetzt. Der Deutsche Bundestag hat soeben ein Gedenkstättenkonzept verabschiedet, welches zwar die Gedenkstätten von nationaler Bedeutung besonders hervorhebt, die lokalen und regionalen Erinnerungsorte jedoch eher nicht berücksichtigt.

Nicht alle Schulklassen könnten es sich leisten, eine weiter entfernt liegende KZ-Gedenkstätte zu besuchen. Für sie stelle die Villa eine der wenigen Möglichkeiten dar, mit dem düstersten Kapitel der jüngsten deutschen Geschichte konfrontiert und vor rechtem Gedankengut gewarnt zu werden, unterstreicht Ingrid Schupetta die Wichtigkeit ihrer Arbeit. "Und wo sonst gibt es schon einen Raum mit Wandgemälden von Heinrich Campendonk", weist sie auf den zusätzlichen kulturpolitischen Aspekt hin. "Ohne unseren sehr aktiven Förderverein 'Villa Merländer e.V.', Anfang der 90er Jahre gegründet, wären die Gemälde vielleicht bis heute noch nicht freigelegt und restauriert worden."

Siegmund Ehrmann (56) setzt sich nach eigenem Bekunden seit über 30 Jahren gegen das Vergessen an die Zeit des Nationalsozialismus ein. Er fordert die Stadt Krefeld auf, für eine angemessene personelle und finanzielle Ausstattung ihrer Gedenkstätte Sorge zu tragen.

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