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Besucherinformationen Gedenkstätte Zellentrakt im Herforder Rathaus

Für weitergehende Informationen besuchen Sie unsere Internetseite www.zellentrakt.de.

Öffnungszeiten / Führungen
Samstag und Sonntag 14 bis 16 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Geführte Gruppen, Schulklassen und Einzelpersonen nur nach vorheriger Vereinbarung.

Der Eintritt ist frei.

So finden Sie uns

Sie finden die Gedenk-, Dokumentations- und Begegnungsstätte im Herforder Rathaus, Rathausplatz 1. Für PKW- und Fahrradnutzer stehen ausreichend Parkgelegenheiten in der direkten Umgebung zur Verfügung. Nutzer des ÖPNV steigen bitte an der Haltestelle "Auf der Freiheit" bzw. "Alter Markt" aus.

Aufarbeitung, Dokumentation und aktive Gedenkarbeit

Während des Ersten Weltkriegs errichtete die Stadt Herford auf dem ehemaligen Gelände der Fürstabtei das neue Rathaus. Im Erdgeschoss wurde u.a. die Polizeiwache mit Polizeigefängnis untergebracht. Hier waren bis 1964 die Schutz- und Kriminalpolizei tätig. In der NS-Zeit war hier auch eine Außenstelle der GESTAPO untergebracht.

In dieser Zeit war die Wache ein Ort der gewaltsamen Verfolgung der politischen, religiösen und sozialen Minderheiten. Im Zellentrakt wurden durch Kriminalpolizei und GESTAPO meist ohne gesetzliche Grundlage Angehörige verfolgter Minderheiten eingesperrt. Nach der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurden zahlreiche Juden kurzzeitig eingesperrt, um über Bielefeld ins KZ Buchenwald transportiert zu werden. Die Zellen wurden zum grausamen „Wartesaal“ auf der Reise in eine ungewisse Zukunft. Von hier aus ging es nach Vernehmungen und Haft von bis zu acht Wochen Dauer vor Gerichte und in andere Gefängnisse, aber auch oft direkt in Konzentrationslager.

Nach Kriegsende blieben Wache und Zellentrakt noch bis zum Bau einer neuen Polizeiwache 1964 in Betrieb. Danach wurden Flur und Zellen als Aktenlager der Stadtverwaltung genutzt. Daher sind die Räume bis auf nachträglich eingezogene Kabelkanäle in relativ ursprünglichem Zustand erhalten geblieben. Das 1997 gegründete Kuratorium Erinnern – Forschen – Gedenken plante seit langem die Errichtung einer dauerhaften Gedenkstätte für Stadt und Kreis Herford. Nach längeren Verhandlungen wies die Stadtverwaltung den Zellentrakt im Herbst 2004 als Außenstelle dem Stadtarchiv Herford zu.

Seit der Eröffnung 2005 zeigen Kuratorium und Stadtarchiv regelmäßig Ausstellungen zu historischen und aktuellen Aspekten und bieten Projekte gerade für Schülerinnen und Schüler an.