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Forschung und Projekte Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"
Projekt Erinnerungsorte

Einweihung der Tafel "Jüdische Geschäfte an der Bochumer Straße" durch Oberbürgermeister Frank Baranowski an der Gesamtschule Ückendorf, 2007
Das Projekt "Erinnerungsorte" konnte auf Beschluß des Rates der Stadt Gelsenkirchen im Oktober 2005 beginnen. An verschiedenen Orten im Stadtgebiet sollen Informationstafeln vergangene zentrale Ereignisse und Entwicklungen exemplarisch darstellen. Dabei soll zunächst vor allem, aber nicht nur an die Verbrechen des "Dritten Reiches" erinnert werden. Auch Aspekte der Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft sollen thematisiert werden.
Das Projekt wird von bürgerschaftlichem Engagement getragen, insbesondere im Kontext der Demokratischen Initiative, und vernetzt verschiedene erinnerungspolitische Initiativen. Die längerfristige Umsetzung des Projekts koordiniert das Institut für Stadtgeschichte.
Am 8. Mai 2007, dem symbolträchtigen Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus, wurde durch Oberbürgermeister Frank Baranowski exemplarisch die erste Tafel von bisher dreizehn vorhandenen Tafeln aus dem Projekt "Erinnerungsorte" eingeweiht. Schülerinnen und Schüler der Gesamtsachule Ückendorf erarbeiteten mit Unterstützung des Instituts für Stadtgeschichte die Schicksale jüdischer Kaufleute an der Bochumer Straße.
Widerstand in Gelsenkirchen

Alfred und Margarethe Zingler im Exil in den Niederlanden um 1935
Die bisherigen Forschungen zu Widerstand und Verfolgung im "Dritten Reich", die bereits zu zahlreichen Aspekten, Entwicklungen und Ereignissen öffentlich zugängliche Ergebnisse hervorgebracht haben, werden mit einer Überblicks-Monografie abgeschlossen. Aufgrund der Quellenlage wird exemplarisch für Gelsenkirchen relativ vollständig erfasst werden können, welche Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener den Nationalsozialisten aus welchen Motiven und in welchen Formen entgegentraten.
Biografie des NSDAP-Gauleiters Alfred Meyer

Alfred Meyer um 1935
Alfred Meyer war von 1931 bis 1945 Leiter des NSDAP-Gaus Westfalen-Nord. Nach 1933 häufte er, wie viele führende Nationalsozialisten, eine Vielzahl von Partei- und Staatsämtern an. So war Meyer Reichsstatthalter von Lippe und Schaumburg-Lippe sowie Oberpräsident der Provinz Westfalen. Ab 1941 war er ständiger Vertreter Alfred Rosenbers in dessen Funktion als Reichsminister für die besetzten Ostgebiete. Als solcher nahm er an der berüchtigten "Wannsee-Konferenz" teil.
Am Beispiel Alfred Meyers, der seit Mitte der 1920er-Jahre in Gelsenkirchen lebte und hier seine ersten rechtsradikalen Aktivitäten entfaltete, soll das Wirken von NS-Protagonisten der zweiten und dritten Reihe dargestellt werden.
"Erinnern-Gedenken-Dokumentieren, Vergangenheitspolitik und Erinnerungskultur"
Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Instituts für Stadtgeschichte und des 15-jährigen Bestehens der Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus" veranstaltete das ISG im Herbst 2009 einen Workshop, um die Entwicklungen der Erinnerungspolitik und der Gedenkstättenarbeit zu refelektieren, zu bilanzieren und über die Perspektiven zur Fortentwicklung der Erinnerungskultur in der Bundesrepublik zu diskutieren. In einem Sammelband werden die wissenschaftlichen Beiträge veröffentlicht.



