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Ausstellung Ehemalige Synagoge Drensteinfurt

Die ehemalige Synagoge liegt in der schmalen Verbindungsgasse zwischen Münsterstraße und Kirchplatz im Stadtzentrum. Sie ist eine Station des historischen Stadtrundgangs durch Drensteinfurt. Am Türbogen des Gebäudes weist eine hebräische Inschrift als einziges Kennzeichen auf die frühere Bedeutung des Gebäudes hin. Sie lautet:

"Das ist das Tor zu Ihm. Gerechte werden dort hindurchgehen."

Eine Tafel neben dem Eingang informiert die Besucher über die wichtigsten Ereignisse und Daten in der Geschichte des ehemaligen jüdischen Bethauses:

"Erbaut 1872,
verwüstet am 9. November 1938,
restauriert und wiedereröffnet am 9. November 1992."

Beim Eintreten in die ehemalige Synagoge überrascht und beeindruckt die helle Farbigkeit des Raumes, der in den originalen Pastelltönen und Dekors ausgemalt wurde. Die 1938 zerstörte Einrichtung wurde nicht ersetzt. So unterstreicht die Leere des ehemaligen Betsaals den Charakter des Gebäudes als Mahnmal und zeigt deutlich die schlichte Architektur der selten guterhaltenen kleinen Landsynagoge. Selbst die Frauenempore mit ihrem Treppenaufgang und die Fensterrahmungen sind original erhalten. Die gesamteuropäische Organisation EUROPA NOSTRA / IBI zeichnete im Jahr 1993 die Stadt Drensteinfurt mit einer Ehrenurkunde für die beispielhafte Restaurierung der ehemaligen Synagoge aus. Die Auszeichnung wurde "für die eindringliche und behutsame Wiedergewinnung eines kleinen aber wichtigen Denkmals jüdischer Tradition in Westfalen als Kulturstätte mit erinnerndem und mahnendem Charakter" verliehen.

Handzeichnung von Herta Herschcowitsch (siehe Text)

Innenraum der Synagoge vor der Verwüstung

Herta Herschcowitsch, die einzige Überlebende der Drensteinfurter Juden, zeichnete 1988 den Innenraum der Synagoge, wie er nach ihrer Erinnerung vor seiner Zerstörung aussah. Diese Handzeichnung wird im Innern des Gebäudes unter der Frauenempore ausgestellt.  Ein von Schülern der hiesigen Realschule angefertigtes Modell zeigt den Synagogeninnenraum vor der Verwüstung.

Außer der Handzeichnung sind der Vertrag über den Kauf des Synagogengrundstücks aus dem Jahre 1870 und zwei Tafeln mit Fotos und Lebensdaten der Drensteinfurter Juden, die 1938 emigrierten bzw. 1941 deportiert wurden, zu sehen. Die Schülerin Fanny Irma Salomon wurde im Alter von 12 Jahren deportiert. Emma Terhoch war 38 Jahre alt, als sie 1941 auf den Transport nach Riga kam. Beide wurden im Konzentrationslager Stutthof ermordet.