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Nur Herta Salomon überlebte . . .“ Sabine Omland hat Beitrag zu Handbuch geleistet

Verfasst am 16. April 2008

Drensteinfurt. „Am 11. Dezember 1941 wurden die zehn in Drensteinfurt gemeldeten Juden abgeholt: Siegmund Salomon mit seiner Frau Else und der Tochter Irma, die Schwestern Emma und Helene Terhoch, Johanna Salomon mit ihren Töchtern Frieda, Herta, Jenny und deren Mann Rudolf Seelig. Sie mussten ihr Bargeld abgeben und wurden auf einem offenen Lastwagen nach Münster zur Sammelstelle ,Gertrudenhof‘ gebracht.“ Diese Passage von der Deportation der Drensteinfurter Juden ist nur ein kleiner Teil eines Beitrages, den die Drensteinfurterin Sabine Omland für das „Historische Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe“, herausgegeben von der Historischen Kommission für Westfalen, beigesteuert hat. „Nur eine Person aus Drensteinfurt, Herta Salomon, überlebte, während die anderen neun den Entbehrungen, Krankheiten oder der Vernichtung zum Opfer fielen“, heißt es weiter.

Gerade dieser Auszug hat heute einen aktuellen Bezug, hat der Kulturausschuss in der vergangenen Woche doch zugestimmt, in Drensteinfurt vor den ehemaligen Wohnhäusern der Drensteinfurter Juden so genannte „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig verlegen zu lassen. Und genau in diesem Zusammenhang fielen die Namen Salomon, Terhoch und Seelig.

Sabine Omland hat in ihrem Ortsartikel, der in diesem ersten Band des Nachschlagewerkes für den Regierungsbezirk einer von 72 ist, die Geschichte der Juden in Drensteinfurt von 1811 bis 1941 detailliert beleuchtet. Beschrieben sind neben den historischen Abläufen die Organisation und die Tätigkeitsfelder der jüdischen Gemeinschaft. Außerdem wird über die Bau- und Kunstdenkmäler informiert. So beispielsweise über die am 6. Juli 1872 eingeweihte Synagoge, aber auch über den jüdischen Friedhof.

Das Nachschlagewerk „Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe – Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Münster“ ist in diesem Jahr im Ardey-Verlag in Münster erschienen und kostet 69 Euro.

VON STEFAN KROES

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