Inhalt

"Menschen sind mir ans Herz gewachsen“ Ausstellung: Schicksal der litauischen Juden

Verfasst am 28. Januar 2008

-stk- Drensteinfurt. Am Holocaust-Gedenktag ist in Deutschland mit vielen Veranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. So auch gestern Nachmittag in der ehemaligen Synagoge in Drensteinfurt. Dort wurde die Ausstellung „Sage nie, du gehst den letzten Weg“ eröffnet, die den Genozid an litauischen Juden in den Jahren 1941 bis 1944 zum Thema hat.

Zu Beginn der bewegenden Zeremonie sang Roswitha Dasch ein altes Partisanenlied. Die Musikerin hat die Ausstellung zusammengestellt und kümmert sich noch heute über den von ihr gegründeten Verein „Mizwa – Zeit zu handeln“ um die zumeist sehr alten Litauer, die überlebt haben.

Die deutsche Wehrmacht war am 22. Juni 1941 in Litauen einmarschiert und hatte unfassbare Pogrome an der jüdischen Bevölkerung in Wilna und Kaunas verübt. Juden wurden erschossen, starben im Ghetto oder wurden in Konzentrationslager deportiert. Die Zahl der Überlebenden war gering.

Knapp 100 ehemalige Ghetto- und KZ-Häftlinge leben heute noch in dem baltischen Staat. Mit Hilfe von Porträtaufnahmen des litauischen Fotografen Antanas Sutkus wird in dieser Ausstellung das Schicksal dieser Menschen verdeutlicht. Ein Beispiel ist Maja Vysockaja, über die kurz und knapp unter ihrem Bild geschrieben steht: „geboren 1936, Juli 1941 bis Mai 1944 im Ghetto Kaunas, überlebte in einem Versteck.“

„Das sind alles Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind“, schilderte Roswitha Dasch. Durch Ausstellungen und Konzerte werde sie diese „so lange sie leben“ unterstützen. Wichtig seien Ausstellungen, wie die von ihr erarbeitete, damit sich die Menschen immer an das Schicksal der Juden erinnerten.

Die historischen Zusammenhänge werden auf mehreren Schautafeln aufgezeigt. Dabei werden viele Informationen zum bewaffneten Widerstand, den Vernichtungsstätten sowie zu den Städten Wilna und Kaunas und den dortigen Ghettos im Zweiten Weltkrieg gegeben.

| Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 22. Februar immer samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Weitere Termine können mit Sabine und Kurt Omland, 0 25 08/ 438, vom Synagogenverein vereinbart werden.

Foto und Text: Stefan Kroos

zurück