Inhalt

Für jedes Schicksal eine Rose Gedenkstunde zur Erinnerung an jüdische Mitbürger am Jahrestag ihrer Deportation

Verfasst am 18. Dezember 2013

Drensteinfurt Mehr als 25 000 Juden – Männer, Frauen und Kinder – sind  von November 1941 bis zum Winter 1942 in rund 28 Transporten nach Riga  deportiert worden. Am 13. Dezember 1941 wurden zehn Drensteinfurter auf  die furchtbare Reise ins Baltikum geschickt. Gestern wurde an die  jüdischen Mitbürger erinnert. 

Der Förderverein Alte Synagoge hatte zu der Gedenkstunde an die Häuser  eingeladen, in denen die jüdischen Familien lebten. Kleine goldene  Stolpersteine liegen vor den Haustüren und geben Namen und Lebensdaten  wieder. Tiefer in die Biografien der jüdischen Mitbürger gingen gestern  vier Schüler der Realschule ein. Tim Diepenbrock, Jan-Luca Roither,  Simon Lackhoff und Frederic Heinlein verlasen Texte, die deutlich  machten, dass die jüdischen Mitbürger in Drensteinfurt mit ihren  Wünschen, Sorgen und Träumen lebten. Zur Erinnerung legten sie für jedes  Schicksal eine Rose auf den Stolperstein. 

Zuvor hatte Dr. Kurt Omland als Vertreter des Vereins „Ehemalige  Synagoge“ auf das Schicksal der Deportierten in Riga aufmerksam gemacht.  Die diesjährige Gedenkfeier sei von besonderer Bedeutung, da der Rat der  Stadt Drensteinfurt sich entschlossen hat, dem Riga-Komitee beizutreten.  Dieses Komitee erinnert an alle Menschen, die in Riga den Tod fanden mit  einer würdigen Gräber- und Gedenkstätte. Zu dem Beitritt angeregt hatte  der Verein „Ehemalige Synagoge“. Nahezu unisono nannten bei der  beschließenden Ratssitzung die Vertreter der Fraktionen es eine  „Pflicht“, dieses Komitee zu unterstützen. Viele von ihnen hatten im  August die Ausstellung zum Schicksal der Juden in Drensteinfurts  Nachbarstadt Ahlen besucht, die im dortigen Rathaus gezeigt wurde. In der Diskussion über den Beitritt keimte zudem auch der Wunsch der  Ausschussmitglieder auf, die Geschichte der deportierten Juden verstärkt  an die junge Generation weiterzugeben. 

Als Komiteemitglied verpflichtet sich die Stadt Drensteinfurt einmalig 2000 Euro für den Erhalt und die Pflege der Gedenkstätte in  Riga-Bikernieki zu zahlen. Alle Mitglieder erhalten dafür einen  Gedenkstein mit dem Namen der Stadt auf der Gedenkstätte, erklärte Omland. Die Gedenkstätte Bikernieki in Riga befindet sich am größten Massengrab  von Naziopfern in Lettland. J war

zurück