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Festakt zum 60-jährigen Bestehen der Gedenkhalle und des Bunkermuseums Oberhausen <p>Mit der feierlichen Eröffnung der Wanderausstellung <strong>#StolenMemory</strong> wurde am 02. September der offizielle Festakt zum 60-jährigen Bestehen der Gedenkhalle Oberhausen begangen. Die Präsidentin des Deutschen Bundestages, Bärbel Bas, und der Oberbürgermeister der Stadt Oberhausen, Daniel Schranz, richteten ihre Grußworte an die geladenen Gäste.</p>

Verfasst am 07. September 2022

Seit 1962 setzt sich die NS-Gedenkstätte mit der Geschichte Oberhausens zur Zeit des Nationalsozialismus auseinander, arbeitet diese auf und erinnert an die Opfer des Terrorregimes. Die Gedenkhalle Oberhausen ist die älteste westdeutsche Gedenkstätte, die in ihrem Gründungsjahr bereits als „Unikat“, so ihr heutiger Leiter Clemens Heinrichs, gegolten habe. Als „arbeitende Gedenkstätte“ sei Oberhausens Gedenkhalle in den 1960ern Vorreiter und einzigartig ein Ort des Erinnerns und Gedenkens, der Information und Begegnung gewesen. Ihr Renommee als Erinnerungsort habe die Gedenkhalle u.a. der sehr engagierten Oberbürgermeisterin Luise Albertz zu verdanken, hebt Prof. Dr. Kenkmann, ehemaliger Vorsitzender des Arbeitskreises NS- Gedenkstätten und Erinnerungsorte in NRW, hervor. Der Historiker, an der Universität Leipzig lehrend, ist es zudem, der auf den Wandel der Erinnerungskultur aufmerksam macht, dem sich die Gedenkstätte an diesem feierlichen Tag ebenfalls verantwortungsvoll stelle. Das 60jährige Bestehen nahmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Leiter Heinrichs nämlich zum Anlass, um die Entstehungsgeschichte der nunmehr umstrittenen Gedenkskulptur „Trauernde“, die seit der Eröffnung im Innenhof zu betrachten ist, eine kritische Kommentierung vorzunehmen. Mit der Installation von vier Infotafeln, die die Skulptur, ihren Künstler und die Entstehungsgeschichte kritisch verorten, wird aufgezeigt, dass die Gedenkhalle den Wandel des Erinnerns wahrnehme.  Die vergangenen 60 Jahre Gedenken werden nicht für die stetig nachkommenden Generationen statisch stehen gelassen, so Clemens Heinrichs. Die Weiterentwicklung der Dauerausstellungen seit der Eröffnung 1962 ist ebenfalls ein Zeugnis der konzentrierten, bewussten Aufarbeitung der Lokalgeschichte. Bereits 1962 lud die Gedenkhalle Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte in die erste Dauerausstellung ein. Ab 1988 widmete sich eine neue, zweite Dauerstellung dem Thema „Widerstand und Verfolgung in Oberhausen 1933 bis 1945“. Seit dem Jahr 2010 zeigt eine dritte Dauerausstellung "Oberhausen im Nationalsozialismus 1933 - 1945" mit den ergänzenden Themenschwerpunkten "Zwangsarbeit 1939 - 1945" und der Geschichte des Gedenkens in Oberhausen bis heute.

Mit der Eröffnung der Wanderausstellung #StolenMemory des Arolsen Archivs setzt die Gedenkhalle ihr Konzept einer „arbeitenden Gedenkstätte“, so Heinrichs, traditionell und innovativ zugleich fort. Die Gedenkhalle bietet den ausgestellten Effekten in Form persönlicher Gegenstände von KZ-Häftlingen die Möglichkeit, die persönliche Lebens- und Verfolgungsgeschichte der einstigen Besitzerinnen und Besitzer zu erzählen. Besucherinnen und Besucher sollen auf Spuren wie etwa Uhren, Eheringe, Papiere und Fotos auf das Schicksal ihrer ehemaligen Eigentümerinnen und Eigentümer aufmerksam gemacht werden und mit etwas Glück oder Wissen dazu beitragen können, dass die Habseligkeiten durch Hinweise zurückgegeben werden können. Dr. Henning Borggräfe, der Leiter der Abteilung Historische Forschung bei den Arolsen Archives, eröffnete die Ausstellung im Innenhof des Schlosses.

 Im Vorfeld der Feierlichkeiten konnten sich alle Freunde, Unterstützer und Interessierte mittels beeindruckender Lesungen auf das anstehende Jubiläum einstimmen. So feierte etwa Andries ter Brugge im Alter von 95 Jahren sein Autoren-Debüt. Mit 23 Jahren hatte er seine „Erinnerungen an Oberhausen“ aufgeschrieben und diese mithilfe der Gedenkhalle 2019 veröffentlicht. Unterstützt von seinen Söhnen Joost und Jeroen ließ er die zahlreichen Gäste an seinen jugendlichen Erinnerungsmomenten teilhaben. Für den Jubiläumsmonat September wurde darüber hinaus ein beeindruckendes Veranstaltungsprogramm erarbeitet.

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