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Unser aktuelles Projekt Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal
Tora und Textilien. Eine neue Ausstellung zur jüdischen Geschichte im Wuppertal und in der Region
In der Begegnungsstätte Alte Synagoge soll ab Frühjahr 2011 eine Dauerausstellung über die jüdische Religion und Geschichte in Wuppertal und der Region informieren. Damit nimmt das Haus seine Kernaufgabe wahr, die darin besteht, „die Erinnerung an das Schicksal der jüdischen Bevölkerung [...], insbesondere zur Zeit des Nationalsozialismus, wachzuhalten und das geschichtliche Verständnis zu fördern“ (Satzung des Trägervereins).
"Tora und Textilien" soll die Ausstellung heißen. Tora, die fünf Bücher Mose der Bibel – das ist die Heilige Schrift der Juden. Textilien – das ist der Stoff, aus dem die Geschichte der Textilregion gewebt ist und mit dem auch viele der Bergischen Juden ihren Lebensunterhalt verdienten. Am wirtschaftlichen und kulturellen Aufstieg der Stadt haben Juden fleißig mitgewirkt: Die ökonomischen Zukunftsaussichten der Frühindustrialisierung hatten auch Juden in die Region gezogen, und mehr oder weniger fromm wurden sie im Laufe des 19. Jahrhunderts dort heimisch. Ihr Alltag und ihre Leistungen waren eng mit der Entwicklung der Wupperstädte verflochten, in den Phasen der Prosperität wie auch in Zeiten der Krisen. Die weltberühmte jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler stammt aus dem Tal, und viele weitere verdienstvolle Namen jüdischer Kulturschaffender, Wohltäter und Politiker in Solingen, Remscheid, Schwelm und den anderen Städten der Region sind zu nennen, die nicht vergessen werden sollten. Wie brüchig aber die Beziehungen zwischen der jüdischen Minderheit und der Mehrheitsgesellschaft waren, zeigte sich in der Zeit des Nationalsozialismus, als die Juden auf die Hilfe ihrer Nachbarn nur noch in Ausnahmefällen zählen konnten.
Die Vertreibung und Ermordung der jüdischen Familien unserer Region verpflichtet uns, ihr Andenken zu bewahren und wachzuhalten. Ihre Geschichte zu erzählen soll Aufgabe der neuen Dauerausstellung in der Begegnungsstätte Alte Synagoge sein.
Wichtig ist uns dabei der Blick in die Gegenwart und Zukunft: Was wurde aus den jüdischen Emigranten in aller Welt und wie sieht die regionale “jüdische Diaspora“ heute aus? Wie geht es ihnen und welche Beziehungen pflegen wir zu ihnen und ihren Nachfahren? Was geschah nach dem vermeintlichen „Zivilisationsbruch“ des Holocaust in Wuppertal? Wie entwickelten sich die kleinen jüdischen Gemeinden der Rückkehrer seit 1945, und wie leben Juden heute in unseren Städten? Wie bewältigen wir gemeinsam ihre Integration? Mit diesen Fragen will die Ausstellung ihren Beitrag leisten zur Zukunftsaufgabe, die hier so lebendige kulturelle Vielfalt zu stärken, indem das Besondere und die Tradition dargestellt und bewahrt werden.



