Inhalt

Ausstellung und Sammlung Die Gedenkstätte im Überblick

Dokumentation jüdischen Lebens

Innenhof der Gedenkstätte mit Vortragsraum

Innenhof

Die Dauerausstellung umfasst die neun Räume des ehemaligen Wohnhauses und die originalgetreu eingerichtete Werkstatt der Familie Seligmann. Hier werden Religion und Kultur, Arbeit und Alltag, aber auch Verfolgung und Vernichtung der ehemals in der Siegregion lebenden Juden gezeigt.
Ein Vortragsraum bietet Platz für Veranstaltungen und die Arbeit mit Schulklassen und anderen Gruppen. 

Die Ausstellung zeigt, wie die jüdischen Gemeinden an der Sieg entstanden sind und erforscht ihre Ursprünge im Mittelalter. Sie berichtet von der rechtlichen Gleichstellung der Juden im 19. Jahrhundert und beschreibt, worin sich die Lebensweise der jüdischen Minderheit vom Leben der christlichen Mehrheit unterschied. Die Ereignisse zur Zeit des Nationalsozialismus, die zur völligen Vernichtung jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in der Siegregion führte, sind ein weiteres wichtiges Thema.


Die Themen

Schabbatraum mit festlich gedecktem Tisch

Schabbatraum

  • Jüdische Religion
  • Geschichte der Familie Seligmann
  • Juden an der oberen Sieg: Rosbach, Hamm und Altenkirchen
  • Juden im Bröltal: Ruppichteroth und Nümbrecht
  • Juden an der unteren Sieg: Eitorf, Hennef-Geistingen, Siegburg und Mondorf  
  • "Landjuden" – wirtschaftliche und soziale Stellung
  • Holocaust: Zeit der Verfolgung und Vernichtung 1933–1945
  • Jüdische Friedhöfe im Rhein-Sieg-Kreis

Die Stifterfamilie Seligmann

Der Metzgermeister Moses Seligmann, um 1920 (Foto: Archiv des Rhein-Sieg-Kreises)

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts lebten Mitglieder der Familie Seligmann in Rosbach. Moses Seligmann war 1888 maßgeblichen an der Gründung der Rosbacher Synagogengemeinde beteiligt.
1919 kaufte er für seinen Sohn Max und dessen Ehefrau Maria das Haus in der Bergstraße. Max hatte als Soldat im Ersten Weltkrieg (1914 – 1918) gekämpft und verdiente nun den Lebensunterhalt für sich und seine Familie als Altwarenhändler.
1938 entstand das letzte gemeinsame Foto von Max und Maria Seligmann mit ihrer Tochter und den vier Söhnen. Der älteste Sohn Alfred flüchtete im gleichen Jahr mit seiner Frau Hilde nach Argentinien. Seine Geschwister und ihre Ehepartnern und Kinder wurden Opfer des nationalsozialistischen Terrors.

Die Eltern Max und Maria überlebten den Holocaust und bezogen bald nach Kriegsende wieder ihr Haus in Rosbach. Ihr einziger überlebender Sohn Alfred und seine Familie kehrten 1957 aus Argentinien zurück und halfen den Eltern beim Altwarenhandel. Die im Exil geborenen Enkel José und Ricardo besuchten die Rosbacher Volksschule, die Enkelin Mariana blieb in Argentinien, wo sie noch heute lebt.
Die Stifterin Hilde Seligmann stellte zahlreiche Dokumente und Fotos zur Verfügung, die nun im Haus ihrer Schwiegereltern die Geschichte dieser Familie erzählen.