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Katholische Kirche und Juden in Köln am Ende der Weimarer Republik Vortrag von Keywan Klaus MÜNSTER, Bonn

Datum: 14.07.2019 14.45 - 16.15 Uhr
Ort: Gedenkstätte „Landjuden an der Sieg“, Bergstraße 9, 51570 Windeck-Rosbach
Preis: Eintritt frei

Ein Blick auf die Büchertische zeigt: Die anhaltende Diskussion über das Verhältnis von Judentum und katholischer Kirche im 19. und 20. Jh. wird häufig dominiert von den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft. Insbesondere die Haltung der katholischen Bischöfe gegenüber der systematischen Ausgrenzung und Verfolgung der Juden im sogenannten „Dritten Reich“ ist ein umstrittenes Thema. Eine breitangelegte, amtlich organisierte Protestfront gegen die antisemitische Politik des NS-Regimes hat es nicht bzw. nur in sehr geringen Dosen gegeben. Über diese Tatsache lässt sich kaum diskutieren, wohl aber über die Frage, wie dies zu bewerten und zu erklären ist. Unlängst hat der Mainzer Historiker Michael Kißener empfohlen, diese „Beziehungsgeschichte“ um eine gegenseitige „Wahrnehmungsgeschichte“ zu erweitern. Sie müsste konsequenterweise schon weit vor 1933 beginnen. Vor diesem Hintergrund möchte der Vortrag die Beziehungen zwischen Juden und Führungsgestalten der katholischen Kirche im Erzbistum Köln zum Ende der Weimarer Republik - einer Phase, in der auch im Rheinland das Konzert antisemitischer Stimmen lauter wurde - beleuchten. Für einen regional begrenzten Raum soll damit ein kleiner Beitrag zum besseren Verständnis dieses vielschichtigen Verhältnisses geliefert werden.

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