Inhalt

Ausstellung „Gedenk-Räume“ im Siegburger Kreishaus durch Landrat Frithjof Kühn eröffnet

Verfasst am 06. November 2013

Rhein-Sieg-Kreis (dk) – Am Dienstag (05.11.2013) hat Landrat Frithjof Kühn gemeinsam mit Michael Solf, Vorsitzendem des Fördervereins der Gedenkstätte Landjuden an der Sieg e.V., die Ausstellung „´Gedenk-Räume´. Die jüdische Familie Heli in Siegburg. Gerettete Erinnerungen – gegenwartsorientiert und zukunftsgewandt“ im Foyer des Siegburger Kreishauses eröffnet.

„Diese Ausstellung ist eine ganz besondere, denn sie wirkt familiär. Sie zeigt sehr anschaulich, wie jüdische Familien in Siegburg gelebt haben“, sagte Landrat Frithjof Kühn und hob die künstlerische Gestaltung der Ausstellung durch die Kunststudentinnen und –studenten  hervor, die dieses Thema sehr sensibel aufgearbeitet haben.

Die Ausstellung beschäftigt sich zum einen mit der Geschichte und dem Leben der Siegburger Familie Max und Cecilia Heli und weiterer Familienangehöriger, was auf zahlreichen Ausstellungstafeln im Foyer des Kreishauses dokumentiert ist. Zum anderen wird das Projekt „Gedenk-Räume“ präsentiert. Unter zeithistorischen und gesellschaftspolitischen Aspekten setzen sich Kunststudentinnen und -studenten der Rhein-Sieg Akademie für Realistische Bildende Kunst und Design in Hennef mit der Geschichte und unserer Vergangenheit künstlerisch auseinander. Dabei wurde der Nachlass der Familie Heli in zwanzig so genannten „Gedenk-Räumen“ mit einbezogen. In kleinen Schaukästen sind Kunstwerke zu sehen, die die Angst und die Bedrohung der Familien sowie den Terror während der Nazi-Zeit ausdrücken.

Neben den zwölf Ausstellungstafeln ist auch eine Auswahl von religiösen Büchern „des täglichen Gebrauchs“ der Familie Heli, wie beispielsweise die Bibel, Gesang- und Gebetbücher sowie der Katechismus zu sehen. Die Buchausgaben gehen von 1924 zurück bis 1859. Gezeigt wird auch ein Deckchen aus dem Besitz der Familie, das zum Abdecken der Sabbatbrote (hebräisch: Challot) genutzt wird.

Erläutert wurden die beiden „Bausteine“ der Ausstellung durch Kreisarchivarin Dr. Claudia Arndt und Dr. Daniela Limberg, Betreiberin der Siegburger „Galerie Am Rosenhügel“. Auch Elchanan Heymann, Urenkel des mütterlichen Zweiges der Familie, hielt eine kurze Ansprache im Rahmen der Ausstellungseröffnung.

Den Besucherinnen und Besuchern der Ausstellung standen an diesem Nachmittag zudem die beteiligten Kunststudentinnen und -studenten zur Verfügung und erklärten ihre Kunstwerke.

Der Nachlass der Familie Heli, der aus zahlreichen Fotos, Briefen und Büchern besteht, wurde 2011 von der Siegburger Galeristin Dr. Daniela Limberg dem Archiv des Rhein-Sieg-Kreises zur Dokumentation und Archivierung übergeben. Über die Familie ihres Ehemannes, der das Ehepaar Heli vor seiner Deportation im Juli 1942 diese Unterlagen anvertraute und die diese über Jahrzehnte lang aufbewahrte, war der Nachlass in ihre Hände gelangt.

Der Kontakt des Kreisarchivs zur Kunsthochschule in Hennef kam über Dr. Daniela Limberg, die damit als Initiatorin des Projektes „Gedenk-Räume“ gilt, zustande.

Die Ausstellung „´Gedenk-Räume´. Die jüdische Familie Heli in Siegburg. Gerettete Erinnerungen – gegenwartsorientiert und zukunftsgewandt“, ist noch bis zum 29. November 2013 zu den üblichen Öffnungszeiten der Kreisverwaltung im Foyer des Kreishauses zu sehen. Finanziell gefördert wird sie aus Mitteln der Kreissparkassenstiftung für den Rhein-Sieg-Kreis.

zurück