Inhalt

Die Wewelsburg 1933 - 1945 SS-Größenwahn und KZ-Terror (CD-ROM mit Begleitheft; dt./eng.)

Verfasser:
Wulff E. Brebeck, Karl Hüser, Kirsten John-Stucke
Verlag:
LWL-Medienzentrum für Westfalen
Erscheinungsjahr:
2007
ISBN:
978-3-923432-56-1
Preis:
9,90 €

Etwa 20 Kilometer südwestlich von Paderborn liegt hoch über dem Almetal die von 1603 bis 1609 erbaute Wewelsburg. Die Lage der ursprünglich fürstbischöflichen Anlage, die außergewöhnliche Form als Dreiecksschloss und ihre wechselhafte Geschichte erregten das Interesse von Heinrich Himmler, Reichsführer der SS. 1934 mietete die SS dieses Schloss vom Kreis Büren an. Ursprünglich als „Reichsführerschule“ gedacht, wurde die Wewelsburg seit 1936 zum ideologischen Zentrum und zur Repräsentationsstätte der SS-Gruppenführer ausgebaut. Seit 1941 wurde die gesamte Gemarkung überplant, so dass das gleichnamige Dorf bei einer Umsetzung der Pläne verschwunden wäre.

Im Frühjahr 1939 wurde ein Konzentrationslager in Wewelsburg errichtet. Das Lager „Niederhagen" sollte die für den umfangreichen Umbau notwendigen Arbeitskräfte zur Verfügung stellen. 1.285 der rund 3.900 KZ-Häftlinge, die unter unmenschlichsten Bedingungen die Burg um- und ausbauen mussten, starben während der Lagerhaft; sie wurden, wie es in der zynischen Sprache der SS hieß, „durch Arbeit vernichtet". Das Projekt gelangte nie zum Abschluss und fand sein Ende, als wenige Tage vor dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches" die SS ihre Burg selber gesprengte.

1949 bis 1979 erfolgte der Wiederaufbau. Heute befindet sich in der Wewelsburg eine Jugendherberge und seit 1996 das „Historische Museum des Hochstiftes Paderborn". Die 1982 im ehemaligen SS-Wachgebäude eröffnete Dokumentation „Wewelsburg 1933 - 1945, Kult und Terrorstätte der SS" ist bisher die einzige Gedenkstätte, die direkt im Zusammenhang mit der Wewelsburg an die Opfer des Konzentrationslagers Niederhagen erinnert.

Die CD-ROM und das Begleitheft enthalten Schrift- und Bilddokumente mit Einführungs- und Erläuterungstexten zu den Geschehnissen. Zusätzlich sind auf der CD-ROM ergänzende Dokumente in Transkription und - soweit sinnvoll - als Bilddatei einzusehen. Über ein benutzerfreundliches HTML-Menü lassen sich die Dokumente unmittelbar am Bildschirm erkunden, können aber zugleich als JPG- und PDF-Datei problemlos in Präsentationen exportiert und auf Papier oder Folien ausgedruckt werden.

In vierundzwanzig Themen - jeweils mit einer unterschiedlichen Anzahl von historischen und aktuellen Fotografien sowie Dokumenten versehen - zeigen die Autoren und die Autorin den Größenwahn des SS-Denkens auf. Es gelingt ihnen, die unmenschliche Wirklichkeit des Lageralltags zu rekonstruieren und die Brutalität sichtbar zu machen, der die Häftlinge ausgesetzt waren.

Das Angebot für Schulen, Multiplikatoren und Interessierte ist in enger Zusammenarbeit zwischen dem LWL-Medienzentrum für Westfalen und der Gedenkstätte in Wewelsburg entstanden. Es ist je ein deutschsprachiges und englischsprachiges Textheft gedruckt. Die CD-ROM hingegen ist einheitlich und beinhaltet beide Sprachversionen.