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Lautes Stillleben auf der A 40 Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933-1945 sammelte zahlreiche Hände für Demokratie und Toleranz

Verfasst am 21. Juli 2010

Kreis Paderborn (krpb). Von wegen still: Zahlreiche Besucher nutzten am vergangenen Sonntag das strahlende Sommerwetter zu einem Ausflug auf der Überholspur. 60 km gesperrte Autobahn zwischen Duisburg und Dortmund und 20.000 Tische von Vereinen und Organisationen auf der A 40 luden dazu ein, Land und Leute kennen zu lernen. Mit vor Ort war auch das Kreismuseum Wewelsburg. „Unser Tisch war ständig umlagert von Besuchern, die an unserer Mitmachaktion "Deine Hand für Demokratie und Toleranz" interessiert waren und ihren Händeabdruck auf einer Stoffbahn hinterließen. Jung und alt haben sich auf der acht Meter langen Stoffbahn verewigt, sogar die Pfote eines irischen Setters wurde aufgemalt“, bilanziert die stellvertretende Museumsleiterin Kirsten John-Stucke.

Volksfest auf der Autobahn

Wo normalerweise der Verkehr rollt oder Stoßstange an Stoßstange im Stau steht, herrschte am vergangenen Sonntag Volksfeststimmung auf dem berühmt berüchtigten Ruhrschnellweg. „Wir waren mit Bulli und Bollerwagen angereist, in dem unsere gesamte Ausrüstung für den Tag hineinpasste: Kostüme, Plakate, Stoffbahn und Stifte, Kühltasche und viel Mineralwasser“, erzählt John-Stucke. Kurz vor 11 Uhr ging es dann auf die Autobahn. Ziel des zwei Kilometer langen Fußmarsches war „Tisch 23, Kilometer 20,2 in Block 100“. Der Standort sollte sich als ideal erweisen. Denn in unmittelbarer Nähe des Autobahnkreuzes A 40-45 war die Autobahn dreispurig, so dass sich die vielen Besucher sowohl auf der Mobilitätsspur - auf der Fahrradfahrer und Inlineskater unterwegs waren - als auch auf der „Tischspur“ gut verteilten. Viel Farbe bekannten die Besucher des „Stilllebens“ bei der Aktion „Deine Hand für Demokratie und Toleranz“: Auf einer 8m großen Stoffplane hinterließen sie ihren Händeabdruck und damit ein Stück Zeitgeschichte, das nun auch in der Wewelsburg gezeigt wird.

Für das historische Museum des Hochstifts Paderborn, der zweiten Säule des Kreismuseums, warben Norbert Ellermann und Manuela Gieseke von Rüden in historischen, mittelalterlichen Kostümen. Den wohl schweißtreibendsten Job hatte „Ritter Norbert“, der sich das über 11 kg schwere Ritterhemd übergezogen hatte. „Aber er hat durchgehalten“, so John-Stucke. Einige Kinder probierten die Ritterwams und Burgfräulein-Kostüme an, die aus dem Kindergeburtsprogramm der Wewelsburg stammen. „Wir konnten viele Informationen in Gesprächen weitergeben, haben Adressen von Besuchern gesammelt, die mehr Infos möchten. Es war ein rundum gelungenes Fest mit einer tollen Stimmung und erstklassigen Organisation“, so das abschließende Fazit von John-Stucke.

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