Inhalt
Ausstellung und Sammlung Dokumentationsstätte Stalag 326 (VI K)
Ausstellung

Schülergruppe in der Ausstellung
Im ehemaligen Arrestgebäude erinnert eine Ausstellung an die Verhältnisse im Stalag 326. Sie zeigt zunächst kurz die Hintergründe des Weltanschauungskrieges gegen die Sowjetunion auf, um dann ausführlich auf die Lebensbedingungen im Lager einzugehen. Schwerpunkte bilden hier die Themen Antransport, Unterbringung, Ernährung und hygienische Verhältnisse.
Ein zweiter inhaltlicher Komplex befasst sich mit dem Arbeitseinsatz der Kriegsgefangenen sowohl in der Region Ostwestfalen-Lippe als auch im Ruhrbergbau, ein dritter mit dem Verhältnis der deutschen Bevölkerung zu den Kriegsgefangenen sowie deren Reaktionen auf den Zustand der Kriegsgefangenschaft. Die Ausstellung dokumentiert schließlich das Sterben, die Befreiung im April 1945 und die Einrichtung des Friedhofes sowie die weitere Geschichte des Ortes.
Neben dem authentischen Gebäude mit drei erhaltenen Arrestzellen, ausgesuchten Quellentexten und Bildern vermitteln Gegenstände Eindrücke von der Lagergeschichte: Messer und Kochgeräte, die bei Grabungsarbeiten entdeckt wurden, aber auch von Gefangenen gebasteltes und gegen Lebensmittel eingetauschtes Spielzeug und Strohkörbchen.
Sammlung

Personalkarte eines Kriegsgefangenen des Stalag 326, Vorderseite
Die Dokumentationsstätte verfügt über Fundstücke von Grabungen und Gegenstände, die von den Kriegsgefangenen hergestellt wurden. Als Ergebnis langjähriger systematischer Forschungen in deutschen und ausländischen Archiven und Institutionen konnte eine der bisher umfangreichsten Sammlungen zum Thema "sowjetische Kriegsgefangene" aufgebaut werden. Dort findet man u.a. eine Vielzahl von Erlassen und Personalunterlagen von sowjetischen Gefangenen des Stalag 326. Eine Erweiterung um Materialien zu den Kriegsgefangenen anderer Nationen und zur Nachkriegsgeschichte des Ortes ist geplant.
Ein EDV-gestütztes Findbuch, das die sehr umfangreiche Dokumentensammlung in Form einer ersten Grobaufnahme enthält, ist verfügbar. Da zudem gemeinsam mit Archiven der russischen Föderation nach weiteren Akten von Kriegsgefangenen geforscht wird, eröffnet sich die Möglichkeit, die Datenbank mit Informationen zu bisher rund 30.000 Gefangenen des Lagers erweitern zu können.



