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Wissenswertes Gedenkhalle Schloss Oberhausen
Gedenkhalle Oberhausen

Eröffnung der Gedenkhalle im September 1962 Copyright: Gedenkhalle Stadt Oberhausen
Oberhausen – die erste Gedenkstätte in Westdeutschland
Die Gedenkhalle, eine Einrichtung in Trägerschaft der Stadt Oberhausen, wurde 1962 mit einer Dauerausstellung „zur ehrenden und mahnenden Erinnerung an die Oberhausener Opfer des Faschismus“ eröffnet. Zur Eröffnung der Gedenkhalle am 1. September 1962 wurden bereits ehemalige jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger nach Oberhausen eingeladen.
Bei der Gründung der Gedenkhalle handelt es sich um ein besonderes historisches Verdienst, das sich die Stadt Oberhausen in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte und der Geschichte der Gedenkstätten erwarb. Denn Oberhausen war die nachweislich erste Kommune, die zu diesem frühen Zeitpunkt eine Gedenkstätte in Westdeutschland einrichtete. Damit schuf sie lange vor der westdeutschen Gedenkstättenbewegung der 1980er Jahre einen für die damalige Zeit einmaligen Ort.
Die Gedenkhalle wurde absichtsvoll im Schloss angesiedelt. Das Schloss als repräsentativstes Gebäude der Stadt, direkt an der Nahtstelle der drei „Gutehoffnungshütte-Städte“ Oberhausen, Sterkrade und Osterfeld gelegen, galt damals zu Recht als der würdigste Ort des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus.
Die Gedenkhalle als Einrichtung der Stadt Oberhausen ist seit ihrer Gründung ein zuverlässiger Ausdruck eines gesamtstädtischen Willens, dauerhaft aus Nationalsozialismus, Holocaust und Weltkrieg die Lehren für eine Welt in Frieden zu ziehen und für die Einhaltung der Menschenrechte einzustehen. Einstimmig fördern bis heute alle in der Stadt vertretenen demokratischen Parteien die Arbeit der Gedenkhalle.

Die 2010 eröffnete Dauerausstellung Copyright: Gedenkhalle Oberhausen, Foto Jürgen Schnug
Die neue Gedenkhalle
Die Gedenkhalle wurde 1962 als die erste westdeutsche Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus gegründet. Im Dezember 2010 wurde die in der umgebauten Gedenkhalle neu eingerichtete Dauerausstellung eröffnet. Seitdem zeigen die drei Themenschwerpunkte ‚Oberhausen im Nationalsozialismus’, ‚Zwangsarbeit im Nationalsozialismus’ und ‚Gedenken und Erinnern in Oberhausen nach 1945’ ein breites Spektrum der regionalen und überregionalen Zeitgeschichte zwischen 1933 und 1945 auf.
Ausstellungsschwerpunkt: Oberhausener Stadtgeschichte 1933 - 1945
Zentraler Bestandteil der neuen Ausstellung ist die Darstellung der Stadtgeschichte zwischen 1933 und 1945. Im Hauptraum werden „Machtübernahme“ und Gleichschaltung skizziert, das Leben der Oberhausener in der Diktatur, die Kriegszeit und schließlich die erste Nachkriegszeit. Bislang unveröffentlichte Fotos und Dokumente werden durch neue Exponate ergänzt und ermöglichen einen umfassenden Einblick in die lokale Geschichte. Mittels Interviewstationen berichten Oberhausener Zeitzeugen von ihrer Jugend in den 1930er-Jahren oder von der Verfolgung, die sie erlitten haben. Eine Datenbank führt Opfer des Nationalsozialismus auf, wird aber zukünftig noch erweitert.
Schwerpunktthema: Zwangsarbeit im Nationalsozialismus
Das die Stadtgeschichte ergänzende Schwerpunktthema ist die Zwangsarbeit im Nationalsozialismus seit Kriegsbeginn 1939. Umfassend dargestellt wird die Situation von Tausenden von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern, die ein unübersehbarer Teil der deutschen Kriegswirtschaft waren. Ihre Verschleppung wird ebenso thematisiert wie ihre Arbeits- und Lebensbedingungen. In Interviewstationen kommen die ehemaligen Zwangsarbeiter selbst zu Wort und schildern ihre Erlebnisse. Ein interaktiver Stadtplan verdeutlicht beispielhaft die Lage und Vielzahl der Zwangsarbeiterlager in der Stadt. Auch der Stadtplan wird in der Zukunft noch durch den Eintrag weiterer Lager erweitert.
Schwerpunktthema: Gedenken und Erinnern in Oberhausen
Im bundesweiten Vergleich begann in Oberhausen schon sehr früh, 1962, das Gedenken in einer eigens dafür eingerichteten Gedenkstätte. Außerdem wurden Gedenkskulpturen eingeweiht, Gedenkfeiern gehalten und zeithistorische Ausstellungen gezeigt. Die historisch-politische Bildung nahm erste Formen an. Seitdem haben zahlreiche Akteure das Gedenken und Erinnern immer wieder aufgegriffen und erneuert. Über diese Entwicklungen gibt die Ausstellung im Foyer der Gedenkhalle beispielhaft Auskunft.



