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Zerstörte Zukunft Die Deportation der Oberhausener Juden nach dem Pogrom

Verfasser:
Katrin Dönges
Verlag:
Verlag Karl Maria Laufen
Erscheinungsjahr:
2013
ISBN:
ISBN/EAN: 978-3-87468-297-8
Preis:
22,00 €

Im Anschluss an die Pogromnacht im November 1938 wurden Tausende deutsche und österreichische Juden in die Konzentrationslager Sachsenhausen, Buchenwald und Dachau deportiert. Unter den Deportierten befanden sich auch 25 Oberhausener Juden, die dem KZ Dachau zugewiesen wurden. Wochenlang blieben sie dort mit dem Ziel inhaftiert, sie zur Ausreise aus Deutschland zu zwingen. Das Schicksal der Oberhausener „Aktionsjuden“ wird nun erstmals aus Anlass des 75. Jahrestags der Pogromnacht umfassend rekonstruiert. 

Die Studie wirft dabei nicht nur einen Blick auf die Deportation der „Aktionsjuden“, die dahinterstehende Zielsetzung der nationalsozialistischen Machthaber und die Bedeutung der Haft für die Betroffenen. Sie beschreibt in der Hauptsache die 25 Lebensgeschichten der Oberhausener „Aktionsjuden“ und widmet sich der Aufarbeitung ihrer individuellen Schicksale. Hier zeigt sich, welch tiefgreifende Einschnitte die einzelnen Verfolgungsmaßnahmen darstellten, die das Leben der Betroffenen seit 1933 prägten. Schwerpunktartig wird in jeder der 25 Biografien ein Aspekt von Verfolgung und Vernichtung thematisiert. 

Zum Zeitpunkt der Haft im KZ Dachau war die Zukunft aller 25 Oberhausener „Aktionsjuden“ bereits zerstört. Egal wie es für die Betroffenen nach ihrer Haft im KZ Dachau weiterging, ob ihnen die Flucht gelang oder sie im Deutschen Reich verbleiben mussten: für alle war die Inhaftierung eine einschneidende Zäsur. Die Betrachtung der Biografien zeigt, dass es für die ins Ausland geflohenen Juden schwer bis unmöglich war, an bereits Erreichtes anzuknüpfen. Verfolgung und Haft hatten unüberwindbare Spuren hinterlassen und beeinflussten das weitere Leben. Diejenigen, die nicht mehr rechtzeitig aus dem Deutschen Reich fliehen konnten, wurden mit einer fortwährenden Eskalation von Ausgrenzung und Gewalt konfrontiert. Sie alle wurden zwischen 1941 und 1945 in Ghettos, Konzentrations- und Vernichtungslager deportiert. Die meisten von ihnen wurden dort ermordet.