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Würde wahren statt bloß "Wegsperren" Die Villa ten Hompel bildet in einer Seminarreihe das Personal der JVA Münster weiter. Stefan Querl stellt das landesweit beachtete Lernkonzept nun in Yad Vashem vor.

Verfasst am 18. November 2015

Für Humanität und historisches Bewusstsein machen sich die Justizvollzugsanstalt Münster und der Geschichtsort Villa ten Hompel gemeinsam stark. Seit sechs Jahren läuft eine Seminarreihe, die Andreas Granowski, JVA-Ausbildungsleiter (r.), und Stefan Querl, stellvertretender Leiter der Villa ten Hompel, aus der Taufe hoben, um das gesamte Personal, das im Gefängnis an der Gartenstraße und seiner Zweiganstalt im Münsterland ausgebildet wird, jahrgangsweise zu erreichen. Die Projekte erinnern an die NS-Verbrechen der Gestapo im Gebäude während des Krieges. Diskutiert werden vor allem aber auch die Herausforderungen an den Vollzugs-, Werk- und Verwaltungsdienst im Haftalltag heute, trotz aller Widrigkeiten die Würde der Gefangenen zu wahren und an die Stelle eines bloßen "Wegsperrens" ein werteorientiertes Handeln zu setzen.

Ende der kommenden Woche stellt Stefan Querl für die Stadt Münster dieses landesweit beachtete Lernkonzept in der International School for Holocaust Studies (ISHS) in Jerusalem vor. Er informiert darüber auf der Exkursion des Arbeitskreises der NS-Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Nordrhein-Westfalen mit Vertretern der Staatskanzlei Düsseldorf und der Landeszentrale für politische Bildung. Im Jahre 2009, als die Kooperation mit der JVA Münster ihren Anfang nahm, hatte Stefan Querl die erste offizielle Delegation des Landesjustizministeriums aus Richtern und Staatsanwälten nach Yad Vashem begleitet. Die ISHS ist Teil der zentralen Holocaust-Gedenkstätte des Staates Israel. Die Fahrt leitet Arbeitskreisvorsitzender Prof. Dr. Alfons Kenkmann, Münster.

Mehr zur Kooperation und zur Geschichte des früheren "Zuchthauses" an der Gartenstraße im NS-Staat: www.jva-muenster.nrw.de

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