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Welturaufführung des Siemon Wiesenthal Films Siemon-Wiesenthal-Center und Villa ten Hompel kooperieren

Verfasst am 12. Februar 2007

Der Nazijäger. Mit diesem Begriff begann auf der 57. Berlinale ein Dokumentarfilm über den Menschen Simon Wiesenthal. Ein Film, der von den authentischen Aufnahmen lebt, die gut geschnitten und montiert einen großen Spannungsbogen über 103 Minuten erzeugen. Den Filmemachern wurde mit lang anhaltenden Beifall für diese Geschichte gedankt. Die Erfolgsgeschichte eines hart erkämpften Lebenswerkes liess aus dem vermeintlich *harten“ Jäger einen nachdenklichen und nachvollziehbaren Charakter des letzten Jahrhunderts werden. 1100 Kriegverbrecher soll er ermittelt haben, die bekanntesten unter ihnen waren sicher der Schreibtischtäter Adolf Eichmann, der "Erfinder" des Gaswagens SS-Obersturmführer R a u f f und der Lagerleiter von Sobibor Franz Stangl.Gleich nach dem Krieg konnte der Holocaust-Überlebende ein kleines Dokumentationszentrum aufbauen, dass nach einer mehrjährigen Unterbrechung in den fünfziger Jahren immer weiter expandierte. Seit 1977 begann mit Eröffnung des Simon-Wiesenthal-Centers in den USA eine neue Form der Verarbeitung des Kampfes gegen das Vergessen. Von Jerusalem aus wird mit der Operation "Last Chance" noch heute nach den Tätern gesucht. "Solange wie sie körperlich in der Lage sind sich zu rechtfertigen, wird die Tätersuche weitergehen", postulierte Rabbi Abraham Cooper vom Simon Wiesenthal Center Los Angeles ein Vermächtnis des Wiener Aufklärers. Denn Wiesenthal trieb vor allem die Befürchtung um, dass solche Taten, sofern nicht bestraft, wieder geschehen könnten.

Simon Wiesenthal erhielt im Laufe der Jahre mehr und mehr Unterstützung. Amerikanische Präsidenten wie Ronald Reagen oder Bill Clinton ehrten seine Arbeit. Die Intervention des amerikanischen Justizministers Robert Kennedys ermöglichte die erste Auslieferung eines NS-Kriegsverbrechers aus Brasilien an die Bundesrepublik Deutschland aus einem Land, das auch dem KZ-Arzt Mengele Zuflucht gewährt hatte. Dies war ein Fall, in dem sich Wiesenthal irrte, da er den Untergetauchten in Paraguay wähnte. Die Tatsache, dass er von Bruno Kreisky angeschuldigt wurde, ein Kollaborateur gewesen zu sein, hatte ihn tief getroffen. Anschläge auf seine Wohnung und Drohungen gegen seine Familie machten die Schattenseite eines Lebens aus, das auch von seiner Frau viel Geduld, ja Leidensfähigkeit verlangte. Auch diese Seiten des dramatischen Lebens von Simon Wiesenthal werden in dem Dokumentarfilm deutlich.

Im Anschluss an die Welturaufführung des Filmes "I have never forgotten you" über das Leben von Simon Wiesenthal auf der Berlinale traf der Leiter der Villa ten Hompel, Christoph Spieker, den Regisseur des Films Richard Trank. Sie sprachen über die Möglichkeit, den Film auch im Rahmen der Bildungsarbeit der Villa ten Hompel zu präsentieren. Seit letzten Dezember hat das Simons-Wiesenthal-Center in Jerusalem eine Kooperation mit dem Geschichtsort in Münster vereinbart. Dokumente und Recherchematerialien aus der "Operation last Chance", mit der Wiesenthal-Nachfolger Dr. Epharim Zuroff die letzten Kriegsverbrecher sucht, werden dabei für ein Forschungsprojekt zur Europäischen Täterbiographie zur Verfügung gestellt.

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