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Vortrag zu Familienpolitik, sexueller Revolution und dem Wandel in den 60er und 70er Jahren Mehr als Kinder, Kirche und Küche

Verfasst am 27. Februar 2006

Bis heute sind „die drei Ks“, Kinder, Kirche und Küche, oft spontan in aller Munde, wenn die Diskussionen auf Familienplanung und -politik kommen. Dass diese Klischeehaftigkeit genauso wie etwa die Rede vom Ministerium „für Gedöhns“, die dem vormaligen Kanzler Gerhard Schröder peinliche Fragen und einen Protesthagel in Presse und Öffentlichkeit einbrachte, durchaus Produkte einer versäumten oder wenigstens verzögerten politischen Entwicklung in Deutschland sind, wird Dr. Christiane Kuller in ihrem „Mittwochsgespräch“ in der Villa ten Hompel aufzeigen. Der Vortrags- und Diskussionsabend findet statt am Aschermittwoch, 1. März, ab 20 Uhr am Kaiser-Wilhelm-Ring 28 in Münster. Eintritt frei.

Spannende historisch-politische Hintergrundinformationen wird die ausgewiesene Expertin aus München, die seit 2004 als Assistentin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität tätig ist, dabei vor allem zum gesellschaftlichen Wandel in den 1960er und 70er Jahren liefern. Gerade in dieser Phase wurden nämlich die Folgen der Umbrüche vom Wirtschafts- und „Familienwunder“ zu Heiratsmüdigkeit, sexueller Revolution, Scheidungswelle und „Pillenknick“ in den Geburtenraten für viele Menschen in der Bundesrepublik besonders augenfällig. Dass die westdeutsche Familienpolitik zudem bittere historische Hypotheken aus der NS-Diktatur zu tragen hat(te), sehr, sehr lange an starren Rollenmustern oder Reformstaus krankte und darüber hinaus häufig im Kompetenz- oder Ressortgerangel verschiedenfarbiger Regierungen stecken blieb, sind ebenfalls Schlaglichter der Nachkriegszeit, die durchaus auch ins Jahr 2006 Auswirkungen haben, soziale Streitfragen nach sich ziehen und daher einer kritischen Analyse bedürfen

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