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Sich noch intensiver mit Auschwitz auseinander setzen Eine Lehrer-Fortbildung des Maximilian Kolbe Werkes, der Villa ten Hompel und weiterer Partner tagt bis Sonntag im polnischen Oświęcim: Zeitzeuginnen-Gespräch, Workshops und Projektebörse zu neuen Unterrichtsideen.

Verfasst am 15. Februar 2020

Auch 75 Jahre nach dem Tage der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz stehen die schweren, beklemmenden Fragen im Raume: Wie konnte es zu den Massenverbrechen kommen? Seit wann würdigt die Gesellschaft überhaupt die Opfer der Gewaltherrschaft? Was trieb die Täter? Wer trug darüber hinaus Verantwortung für das Unrecht der deutschen Besatzung in Polen, die Shoah und die Kriegsverbrechen? Um Antworten und Analysen ringt eine fünftägige Fortbildung des Maximilian Kolbe Werkes und seiner Kooperationspartner, die noch bis Sonntag im polnischen Oświęcim läuft. 24 Lehrerinnen und Lehrer aus dem gesamten Bundesgebiet nehmen teil: Bewusst auch mit eigenen Beiträgen zu einer Projektebörse. Aus dem Münsterland angereist sind u.a. Dr. Benedikt Faber vom Gymnasium Augustinianum in Greven, Dr. Ingo Stöckmann vom Overberg-Kolleg in Münster, katholisches Weiterbildungskolleg und neuer Bildungspartner des Stadtarchivs, Dominik Wiedemann aus Münster (tätig an der Werner-von-Siemens-Gesamtschule Unna-Königsborn) sowie Katharina Parusel und Silke Tylinda aus dem Kollegium am Gymnasium Dionysianum in Rheine. Vor dem Hintergrund ihrer Fächer wie Religion, Geschichte, Deutsch oder Sowi, Politik, Gesellschaftslehre interviewen die Lehrkräfte eine Zeitzeugin und begehen das frühere Lagergelände. Gemeinsam untersuchen sie historische Quellen wie Unterrichtsmaterialien auf Tauglichkeit für innovative Formen der Vermittlung, etwa neue Materialien aus der International School for Holocaust Studies (ISHS) der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Die inhaltliche "Regie" der Konferenz teilt sich ein Team aus Fachleuten des Maximilian Kolbe Werkes in Freiburg im Breisgau sowie aus den Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen, hier u.a. vom Erzbistum Paderborn, der Bezirksregierung Detmoldund der Villa ten Hompel der Stadt Münster, die als früherer "Tatort Schreibtisch" und heutiger Geschichtsort vor allem das Fragen nach der Verantwortung forciert. Auch 2021 soll es eine Fortsetzung der Fortbildungsreihe geben, so planen Tagungsleiterin Dr. Danuta Konieczny, stv. MKW-Geschäftsführerin, und Stefan Querl von der Villa ten Hompel mit Dr. Heike Wolter, Steven Förster, Barbara Schyma, Alexander Schmidt, Sebastian Potschka, den Mitwirkenden und dem gastgebenden Zentrum für Dialog und Gebet der katholischen Kirche. Mehr Informationen auch auf: www.maximilian-kolbe-werk.de

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