Inhalt

Purim in der Jüdischen Gemeinde: Villa ten Hompel lärmt, feiert und freut sich mit! Traditionsfest fällt dank technischer Unterstützung aus dem Geschichtsort keinesfalls aus. Vielmehr wird online gefeiert: Vorsitzender Sharon Fehr und die Kantorei danken Erik Hafermalz, Jonas Marquardt, Stefan Querl, Peter Römer, Bernd Rösner und Corinna Koselleck für ihre direkte Hilfe.

Verfasst am 24. Februar 2021

Gehörig Radau und gutes Gebäck gehören zum jüdischen Purim-Fest wie Konfetti, Kostüme und Küsse zum Karneval. Aber wegen Covid in diesem Jahr leider nur "viel Lärm um Nichts"? "Auf keinen Fall! Wir finden gemeinsam eine Lösung, um das Fest zu retten", waren sich sofort Sharon Fehr, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Münster, und Stefan Querl, Ansprechpartner gegen Antisemitismus der Stadt, mit ihren Kollegen Peter Römer, Bernd Rösner und Corinna Koselleck aus der Villa ten Hompel und mit Erik Hafermalz und Jonas Marquardt von der Uni Münster einig. Damit trotz der aktuellen Infektionsschutz-Regeln im religiösen und gesellschaftlichen Bereich tüchtig gefeiert werden kann, vereinbarten Gemeinde und Geschichtsort technische Hilfe für eine Online-Aufzeichnung, wenn denn schon kein Purim-Festreigen in Präsenz möglich sei.

Beide Institutionen sorgten gemeinsam dafür, dass per Netz und Video alle aus der Gemeinde, die möchten, die besondere Atmosphäre in der Synagoge von daheim aus mitverfolgen können - mit einem als Clown formvollendet verkleideten Vorsitzenden Sharon und mit Kantor Yotam, der sich ebenfalls schön schrill "in Schale warf" und vor der Kamera sang, wie es zu dem besonderen Brauch gehört. Gerade älteren Menschen jüdischen Glaubens liegt diese Tradition enorm am Herzen, doch auch die jungen Leute - längst nicht nur die zwei Studierenden Erik Hafermalz und Jonas Marquardt aus dem Team der Villa ten Hompel, die während ihrer Lehramts-Praktika die Synagoge kennen lernen durften - waren von dem Drehtermin außerordentlich begeistert. Und von den dreieckig gebackenen Süßigkeiten, den "Haman-Tasch"(en) und feinen Spezialitäten...

Bei aller Freude, Wildheit und Buntheit hat Purim einen sehr ernsten historischen Hintergrund, nämlich eine jüdische Leidens- und Rettungserfahrung während der Exil-Zeit, die in einem neuen Podcast interreligiös näher erklärt wird im Auftrag des Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (im Rahmen des Themenjahres "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland").

Details auf Soundcloud.

(Text: Stefan Querl)

zurück