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Neue Wege gehen: verstehen - argumentieren - handeln Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster gestartet

Verfasst am 07. November 2008

Zum 01. Oktober 2008 ist im Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster eine zentrale Anlaufstelle zur Beratung und Information im Themenfeld Rechtsextremismus für den Regierungsbezirk Münster gestartet.

Die beiden Mitarbeiter Michael Sturm und Heiko Schreckenberg haben sich zum Ziel gesetzt, eine breite und kritische Auseinandersetzung mit – auch bis weit in die „Mitte der Gesellschaft“ reichenden – rechtsextremen Einstellungen und Handlungen zu fördern. Sie sind vor allem Ansprechpartner z.B. für Initiativen, Vereine, Schulen oder Kommunen, aber auch für engagierte Bürger, die mit Rechtsextremismus in all seinen Ausprägungen in Berührung kommen und Unterstützung im Umgang mit Problemen oder Fragen benötigen.

Tauchen etwa an einer Schule vermehrt rassistische Schmierereien oder Äußerungen auf, hat ein Fußballverein mit rechten Fans oder Mitgliedern zu kämpfen oder sollen Immobilien von rechtsextremen Gruppen angekauft werden, steht mobim mit Rat und Tat zur Seite.

Sturm und Schreckenberg wollen „Hilfe zur Selbsthilfe“ als Prozessberatung geben und langfristige und nachhaltige Arbeit gegen Rechtsextremismus und für Demokratie unterstützen. Nach einer Situationsanalyse und zusammen mit den Betroffenen entwickelten Lösungsansätzen für akute Probleme soll die thematische Arbeit vor Ort auch ohne mobim weiter gehen.

Neben der Beratung ist daher die Information über rechtsextreme Erscheinungsformen (z.B. Musik, Kleidung, Strukturen), Einstellungen und auch Gegenstrategien ein zweiter Pfeiler der Arbeit von mobim. Je nach Bedarf können so einzelne Bausteine zu einem vor Ort benötigten Wissensfundament zusammengesetzt werden, um dauerhaft gesellschaftliche Handlungsfähigkeit (wieder)herzustellen.

Grundlage für diese Arbeit ist eine kontinuierliche Dokumentation und Analyse rechtsextremer Strukturen und Vorkommnisse in der Region. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen in Veröffentlichungen und auf der projekteigenen Internetseite (www.mobim.info) der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Die beiden mobim-Mitarbeiter (Michael Sturm ist Historiker, Heiko Schreckenberg Erziehungswissenschaftler) nutzen dabei auch das Fachwissen und die Erfahrung der Kollegen im Geschichtsort Villa ten Hompel, an den die neue Beratungsstelle angegliedert ist. Finanziert wird die Arbeit durch die Stadt Münster und ein Bundesprogramm des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend („kompetent. für Demokratie. Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus“), das durch die Landeskoordinierungsstelle (Landeszentrale für politische Bildung im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration NRW) für Nordrhein-Westfalen gesteuert wird.

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