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Kritisches Fragen nach dem Fiskus unter dem Hakenkreuz Bei einem Symposium in Berlin wurden die frühen Forschungen aus Münster besonders gewürdigt

Verfasst am 11. September 2005

Als die Historiker der Villa ten Hompel Ende der 1990er Jahre mit Unterstützung der Oberfinanzdirektion Münster und anderer starker Partner für die erste Ausstellung „Verfolgung und Verwaltung“ zu recherchieren begannen, betraten sie weitgehend Neuland mit ihren Fragestellungen und Forschungsansätzen zur brisanten Rolle des Fiskus unter dem Hakenkreuz. Inzwischen haben zahlreiche Finanzbehörden, Kommunen, Universitäten, Gedenkstätten sowie Forschungsinstitute nachgezogen und ähnliche Beiträge zur Aufarbeitung des Unrechts geleistet.

Viele von ihnen trugen jetzt bei einem zentralen Symposium am Rande der Ausstellung „Legalisierter Raub. Deutschland und die Enteignung der Juden in Europa“ in Berlin ihre Ergebnisse zusammen. Wobei Prof. Dr. Alfons Kenkmann aus Münster als geladener Referent vor dem internationalen Fachpublikum im Deutschen Historischen Museum (DHM) quellenkritisch auf verschiedene Motivlagen und Mentalitäten unter den NS-„Schreibtischtätern“ hinwies. „Verweigerer und Vollstrecker. Handlungsoptionen in der Finanzverwaltung“, hatte er seinen Vortrag überschrieben. Insbesondere für die Präsentation der neu sowie vertiefend ausgewerteten Materialien aus dem Münsterland sowie aus anderen Regionen des damaligen Deutschen Reiches erhielt er viel Applaus und Anerkennung. Als Fachdidaktiker für Geschichte ist Alfons Kenkmann 2003 an die Universität Leipzig berufen worden. Der Vorsitzende des Arbeitskreises aller NS-Gedenkorte in NRW engagiert sich neben seiner Professur in Sachsen auch weiterhin fest im Team des städtischen Geschichtsortes am Kaiser-Wilhelm-Ring, das Ende Oktober die neue Ausstellung „Wiedergutmachung als Auftrag“ zur Nachkriegszeit vorstellen wird.

Die Berliner Tagung organisierte das DHM u.a. in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und dem Fritz Bauer Institut.

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