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Geschichtsort Villa ten Hompel wirbt Fördergelder für neue Dauerausstellung ein Eröffnung voraussichtlich im März 2015 - Vertreter/-innen der beteiligten Institutionen trafen sich im Geschichtsort

Verfasst am 06. August 2012

Großer Erfolg für die Villa ten Hompel in Münster: Der Geschichtsort erhält im Rahmen der Gedenkstättenförderung in den nächsten drei Jahren insgesamt gut 1,2 Millionen Euro. Ein Jahr lang hat das Team um Chef Christoph Spieker erfolgreich Anträge zur Drittmittelförderung ausgearbeitet und erhält nun Gelder vom Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Landeszentrale für politische Bildung des Landes NRW, der Sparkasse Münsterland-Ost sowie dem Förderverein des Geschichtsorts.

Durch die Fördergelder für die Villa ten Hompel unterstreicht Münster erneut seine Bedeutung als Stadt der Wissenschaft, wie Dr. Andrea Hanke als Beigeordnete für Bildung, Kultur, Familie, Jugend und Sport der Stadt Münster hervorhob. Mit den 1,2 Millionen Euro Drittmitteln, von denen der Bund die Hälfte beisteuert, wird in der Villa ten Hompel eine komplett neue Dauerausstellung konzipiert und ausgearbeitet. Die Eröffnung erfolgt voraussichtlich im März 2015. Schon die erste Ausstellung zur Geschichte der uniformierten Polizei im Nationalsozialismus hatte deutschlandweit für positive Schlagzeilen gesorgt. Zudem wurde die Ausstellung 2005 auf europäischer Museumsebene ausgezeichnet.

Die Villa ten Hompel gilt als ein bundesweit einzigartiger Ort der Geschichtsvermittlung. Die ehemalige Fabrikantenvilla ist ein authentischer Ort der wechselvollen deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. In der Weimarer Republik erbaut, war das Gebäude im Nationalsozialismus ein Täterort, an dem der Befehlshaber der Ordnungspolizei mit seinen Offizieren verbrecherische Befehle des Polizei- und SS-Apparates plante und organisierte. Kurz nach Kriegsende wurde die Villa ten Hompel durch den Einzug der britischen Besatzungsmacht ein Ort der Entnazifizierung. Von 1954 – 1968 schließlich richtete die Bezirksregierung Münster dort das Dezernat für Wiedergutmachung für Verfolgte des NS-Staates ein.

Der Geschichtsort ist seit seiner Gründung 1999 zu einem wichtigen Ort deutscher und europäischer Erinnerungs- und Geschichtskultur geworden, an dem nicht nur Wissen über den Nationalsozialismus und seine dynamische Nachgeschichte in der Bundesrepublik vermittelt wird, sondern an dem u.a. Polizisten, Soldaten, Verwaltungsangestellte und Schüler- und Studentengruppen in Seminaren durch die aktive Auseinandersetzung mit Geschichte für demokratisch legitimierte gegenwartsbezogene Handlungsoptionen sensibilisiert werden.

Für die wissenschaftliche und pädagogische Begleitung der neuen Dauerausstellung konnte das Team der Villa ten Hompel zudem die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem in Israel als internationalen Kooperationspartner gewinnen. Zwischen den Institutionen in Münster und Jerusalem gibt es seit mehreren Jahren eine enge Zusammenarbeit, die nun weiter intensiviert wird.

Foto: Sie haben zur geplanten neuen Dauerausstellung in der Villa ten Hompel beigetragen (v.l.): Thomas Köhler (Villa ten Hompel), Eva Pingel (beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien), Christoph Spieker (Leiter Villa ten Hompel), Stefan Schmitt-Hüttebräuker (beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien); 2. Reihe v.l.: Bert Krause (Landeszentrale für politische Bildung, Düsseldorf) Annegret Mantke und Roland Schniedenharn (Amt für Immobilienmanagement), Dr. Guido Hitze (Landeszentrale für politische Bildung); 3. Reihe v.l.: Hans Jürgen Frisch (Landeszentrale für politische Bildung), Horst Wiechers (Förderverein Villa ten Hompel), Klaus Frohne (Leiter Amt für Wirtschaftlichkeitsprüfung und Revision).

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