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"Geburtstag" mit Bildbänden und einer Einladung nach Berlin Zehn Jahre Gedenkstättenfahrten von Akademie Franz Hitze Haus und Geschichtsort Villa ten Hompel: Seminarkonzept steht beim internationalen Geschichtsforum zur Diskussion

Verfasst am 19. Mai 2009

Historische und pädagogische Herausforderungen im großen Gedenkjahr 2009 nahm jetzt das Team der "Jungen Akademie" im Franz Hitze Haus und des Geschichtsorts Villa ten Hompel der Stadt Münster bei seiner Klausurtagung "Aus der Geschichte lernen?!" in den Blick. Die rund 50 engagierten Projektmitarbeiter, die Gedenkstättenfahrten mit Seminargruppen aus Münster und Umgebung begleiten, trafen sich auf Einladung von Doris Meyer-Ahlen (2. v. r.), Dozentin des Fachbereichs 3 in der Katholisch-Sozialen Akademie, und von Christoph Spieker (5. v. l.), Leiter der Villa ten Hompel, sowie Kim Keen, Klaus Brenken und Stefan Querl aus dem dortigen Team. Mit Dr. Heidi Behrens bezog eine kompetente externe Referentin in der Klausur zu Fragestellungen angesichts des vermeintlichen „'Umbaus' der Erinnerungslandschaft im vereinten Deutschland?“ Stellung.

Sensibel und kritisch, vor allem ohne eine vordergründige und vereinfachende Gleichmacherei der beiden deutschen Diktaturen spann sie den Bogen vom Erinnern an NS-Opfer zur angemessenen Würdigung von Verfolgten in der Zeit der deutschen Teilung und des SED-Regimes. Das 20. Jahrhundert sei schließlich weit mehr als eine oberflächliche Addition von verschiedenen Unrechtserfahrungen in Deutschland und Europa. Das müsse bei der Quellen- und Methodenwahl in Seminaren stets bewusst berücksichtigt werden, appellierte die erfahrene Erwachsenenbildnerin aus Essen in ihrem Fachvortrag.

Zum zehnjährigen Bestehen des bundesweit beachteten Seminarprojekts "Aus der Geschichte lernen?!" gehörte jedoch auch ein passend ausgewähltes Geschenk, das Andreas Determann, Geschäftsführer der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Münster (3.v.l.), mit Gruß und Dank des CJZ-Vorstands offiziell ins Franz Hitze Haus mitbrachte: Jedem der studentischen Honorarkräfte schenkte die Gesellschaft einen redaktionell fundiert erläuterten Bildband zum früheren Konzentrationslager Majdanek, das - so der Buchtitel - „Mitten in Europa“ liegt und für Münster damit eine besondere Symbolkraft und Gedenkspur beinhaltet: Majdanek gehört zur Region rund um Lublin, der heutigen polnischen Partnerstadt, mit der Münster herzlich verbunden ist, aber eben auch die Geschichte der blutigen Besatzungsherrschaft unter dem Hakenkreuz teilt.

U.a. über das wechselvolle deutsch-polnische Verhältnis wird das Team der Kooperationspartner beim internationalen Geschichtsforum in Berlin zu Pfingsten ins Gespräch kommen - allein die Institutionen aus Münster bestreiten mehrere große Workshops zu innovativen Seminarkonzeptionen und Gruppenprogrammen, die auf reges Interesse stoßen. So ist auch das Angebot "DDR - das Leben der 'Anderen'" zur Erinnerung an Opfer der deutschen Teilung und des SED-Regimes in Münster enorm gefragt. Auch die Regionalarbeitsgruppe des Vereins "Gegen Vergessen - Für Demokratie" mit ihrem Sprecher Horst Wiechers ist aktiv an der Ausgestaltung beteiligt.

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