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"Bevor die Vergangenheit vergessen wird" Bericht einer Teilnehmerin aus dem Gedenkstättenseminar "Aus der Geschichte lernen?!"

Verfasst am 06. Juli 2013

Ein Bericht von Kristina Weimann. Sie nahm mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern aus der neunten Jahrgangsstufe vom Sibylla-Merian-Gymnasium Telgte an dem historisch-politischen Seminar "Aus der Geschichte lernen?!" teil.

Von Montag bis Mittwoch nahm die Klasse 9b des Maria-Sibylla-Merian Gymnasiums an einem historisch-politischen Seminar in der Akademie Franz Hitze Haus Münster teil. Das Thema des Seminars war ,,Verführung, Terror und Gewalt 1933 bis 1945“. Durch Rollenspiele, Diskussionen, Zeitzeugenfilme und eine Fahrt zu der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen erfuhren die Schüler sehr viel, was damals passiert war. Die Klasse überlegte auch stark, wie man Ausgrenzung, Diskriminierung und Rechtsradikalismus heutzutage entgegentreten kann.

 Am ersten Tag im Franz Hitze Haus durften sich die Schüler Originalgegenstände aus der damaligen Zeit ansehen. Sie erarbeiteten auch gemeinsam mit den Leitern des Seminares die Ursache von Diskriminierung, wie das Diskriminieren anschließend, wie eine Lawine, ins Rollen gerät und was man dagegen tun kann. Die Leiter Philipp Erdmann, Markus Häßelbarth, Nathalie Wenkers, Pascal Bovee und die Hospitanten Antonia Kroll und Frederik Schetter zeigten den Schülern einen bewegenden Zeitzeugenfilm über Erna de Vries. Sie überlebte das KZ Bergen-Belsen, verlor dort jedoch ihre geliebte Mutter. Und danach bereitete sich die 9b auf die bevorstehende Fahrt zur Gedenkstätte am Dienstag vor.

Angekommen in der Gedenkstätte Bergen-Belsen wurden der Klasse historische Aufnahmen gezeigt, die britische Soldaten nach der Befreiung drehten. Sie zeigten die Folgen der unfassbaren Gräueltaten, die in dem Konzentrationslager durchgeführt wurden. Dann betraten die Schüler in Gruppen still das Gelände des Konzentrationslagers. Sie hörten den Erläuterungen der Gruppenleiter über den Lageralltag, die Massengräber und die Überreste des Lagers genau und nachdenklich zu. Nach der Besichtigung der Ausstellung mit Zeitzeugeninterviews, übergebliebenen Gegenständen aus dem KZ, Bildern und Filmen gingen die Schüler in das ,,Haus der Stille“. Dort verbrachten sie eine Zeit lang, im Gedenken an die unschuldigen Menschen, die die grausame Gewalt der Nationalsozialisten ertragen mussten.

Am letzten Tag wurde über die Eindrücke der Fahrt und des Seminares gesprochen. Die Schüler der 9b fanden dieses Seminar sehr informativ. Es war ihnen vor allem wichtig über die Zeit während des NS-Regimes zu reden, um die Zukunft verbessern zu können. Sie arbeiteten anschließend an Projekten für mehr Zivilcourage und Menschlichkeit. Es wurde auch intensiv über Fälle von Ausländerfeindlichkeit, die tatsächlich in den vergangenen Jahren vorgefallen waren, diskutiert.

Insgesamt waren die Schüler den Leitern und Organisatoren des Seminares sehr dankbar: ,,Das Seminar war sehr lehrreich und durch die Filme, die Fahrt zur Gedenkstätte und die neuen Lernmethoden anders als der übliche Unterricht. Es ist sehr wichtig über die Vergangenheit offen zu reden, damit sie nicht vergessen wird. Daraus kann man lernen und die Zukunft besser machen, damit so etwas schreckliches nie wieder passiert“, sagte die teilnehmende Schülerin Jana Tschirner.

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