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Ausstellungseröffnung am 10. November: „Einzel-Täter“? Rechte Gewalt und die Perspektiven der Opfer Ein Kooperationsprojekt des Theaters Münster und der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus

Verfasst am 05. November 2015

Die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster (mobim) und das Theater Münster haben in Kooperation ein Projekt erarbeitet, das sich mit den Taten des NSU und den Dimensionen rechter Gewalt in Deutschland auseinandersetzt. Dabei sollen vor allem die Perspektiven der Betroffenen im Mittelpunkt stehen. Im Rahmen des Projektes wird die von der Initiative Opferperspektive e.V. konzipierte Ausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990“ gezeigt. Außerdem kommt das Theaterstück „Auch Deutsche unter den Opfern. Ein Rechercheprojekt zum NSU“ zur Aufführung.

Die Ausstellung wird ab dem 10. November bis zum 22. November 2015 in der Dominikanerkirche in Münster zu sehen sein. Begleitend hat die Mobile Beratung ein Workshopangebot für Gruppen konzipiert, die sich intensiver mit der Thematik auseinandersetzen möchten. Der Workshop soll den Inhalten der Ausstellung vor allem für Schülerinnen und Schüler einen Rahmen geben und Anregungen zu einer weitergehenden kritischen Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Rechtsextremismus einschließlich der Geschichte des „Nationalsozialistischen Untergrund“ (NSU). Auch die gesamtgesellschaftlichen Ausprägungen von Rassismus sollen hierbei in den Blick genommen werden. Weitere Informationen über das Workshopangebot sind erhältlich über mobim kontakt@mobim.info oder unter Tel. 0251/4927109.

Am letztem Ausstellungswochenende, dem 21. und 22.11.2015, wird das von Tuğsal Moğul inszenierte Theaterstück „Auch Deutsche unter den Opfern“ im Theater Münster aufgeführt. Moğul recherchierte für sein Stück über einen längeren Zeitraum intensiv zu den Dimensionen rechter Gewalt in Deutschland und besuchte regelmäßig den NSU-Prozess in München. Nach der Aufführung am 21. November ist die Möglichkeit zu einem Publikumsgespräch mit dem Regisseur Tuğsal Moğul und den Schauspielern der Inszenierung gegeben. Im Anschluss an die Aufführung am 22. November findet ein Podiumsgespräch zum Thema „Rechte Gewalt, der NSU und die Perspektiven der Betroffenen“ statt. Die Vorstellungen beginnen jeweils um 18 Uhr.

Den Auftakt des gesamten Projekts bildet die Ausstellungseröffnung am 10. November mit Regisseur Tuğsal Moğul, Julia Stegmann von Opferperspektive e.V. sowie Cornelia Wilken (Dezernentin für Soziales, Integration, Kultur und Sport). Julia Stegmann hat die Ausstellung seit ihrem Entstehen betreut und war maßgeblich an der inhaltlichen Gestaltung beteiligt. Die Ausstellung besteht aus den Portraits von 169 Menschen, die seit 1990 durch rechte und rassistische Gewalt zu Tode gekommen sind. Den vielfach vergessenen oder in der Öffentlichkeit gar nicht erst bekannt gewordenen Opfern sollen so Namen und Gesichter gegeben werden. Auf diese Weise dokumentiert die Ausstellung außerdem die oft wenig beachteten Dimensionen rechter und rassistischer Gewalt in der Bundesrepublik.

Ausstellungseröffnung am 10. November 2015

Dienstag, 10. November 2015, 18.00 Uhr:

Ausstellungseröffnung

»Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990«

Dominikanerkirche (Salzstraße 10)

Münster

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