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Auschwitz-Überlebender zu Besuch in der Villa ten Hompel

Verfasst am 27. Juli 2005

"Eine interessante Ausstellung" schrieb Stanislaw Hantz auf polnisch in das Besucherbuch des Geschichtsortes Villa ten Hompel.

Der ehemalige Auschwitz-Häftling war im August 1940 ohne Angaben von Gründen und ohne Anklage als 17 Jähriger in das Konzentrationslager eingeliefert worden. Über vier Jahre lang er- und überlebte er die gesamte Geschichte des Lagers.

Für die pädagogische Arbeit der Villa ten Hompel stellte der Zeitzeuge persönliche Fotografien zur Verfügung. "Das ist wichtiges Material" betonte Christoph Spieker, Leiter der Villa ten Hompel, "da Herr Hantz zum Zeitpunkt seiner Inhaftierung genau in jenem Alter war, wie es auch eine der wichtigsten Zielgruppen unserer Bildungsarbeit hat." Die Visualisierung von Geschichte durch Fotos sowie die Identifikation mit einem Altersgenossen, helfe bei dem Versuch das System des NS-Terrors nachzuvollziehen.

Stanislaw Hantzs Besuch kam auf Initiative von Martin Tack, Referent des Asta der Fachhochschule Münster, zustande, der ein Zeitzeugengespräch mit dem Auschwitzüberlebenden organisiert hatten.

Seit seiner Pensionierung widmet sich der ehemalige Personalchef eines Grubenbetriebes der Erzählung seiner Lebensgeschichte. Hantz hatte nicht nur Auschwitz überlebt, sondern auch, nachdem die Rote Armee immer näher gerückt war und das Lager geräumt wurde, den "Todesmarsch" in das KZ Dachau, bis er schließlich von US-Soldaten befreit wurde.

1982 gründete Stanislaw Hantz die Zgorzelecer Vereinigung ehemaliger KZ-Häftlinge. In den 70er Jahren kam er auf Einladung das erste Mal nach Deutschland. Später folgten weitere Besuche. Seit 1997 fährt Hantz regelmäßig mit Gruppen des nach ihm benannten Bildungswerks Stanislaw Hantz e.V. nach Auschwitz und berichtet, wie es gewesen ist.

Autor: Christian Montenbruck

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