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Lokale Erinnerung im Schatten der Vergangenheit Die Gedenkfeier für die lippischen Juden in Lemgo 1948

Verfasser:
Hanne Pohlmann/Klaus Pohlmann/Jürgen Scheffler
Verlag:
Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld
Erscheinungsjahr:
2009
ISBN:
978-3-89534-788-7
Preis:
5,00 €

Am 10. Oktober 1948 fand in der lippischen Kleinstadt Lemgo die "Gedenkfeier zur Erinnerung an die getöteten Landesbürger jüdischen Glaubens" statt. Es war eine der wenigen, vielleicht sogar - das lässt sich anhand des Forschungsstandes nicht abschließend feststellen - die einzige Feier in den unmittelbaren Nachkriegsjahren, in denen Nichtjuden an die Verfolgung und Ermordung der Juden erinnert haben.

Im Begleitheft zur Ausstellung "Lokale Erinnerung im Schatten der Vergangenheit: Die Gedenkfeier für die lippischen Juden in Lemgo 1948" im Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo (11. Juni - 4. Oktober 2009) beschäftigen sich die Verfasser, Hanne und Klaus Pohlmann sowie Jürgen Scheffler, mit der Vorgeschichte, dem Verlauf und den Wirkungen dieser Feier. Sie porträtieren die Initiatoren und fragen nach ihren Motiven. Und sie stellen die Feier in den Kontext der lokalen und regionalen Zeitgeschichte.

Dazu gehören sowohl die Verfahren wegen der Pogromnacht 1938 in Lemgo in den Jahren 1946 bis 1948 als auch die spezifischen Formen der Erinnerung an die frühen Nachkriegsjahre, die unter der Überschrift "Lemgo in schwerer Zeit" standen. So lautete der Titel des Buches, das der Kaufmann Joseph Wiese bereits im Jahre 1950 über die frühen Nachkriegsjahre in seiner Heimatstadt Lemgo veröffentlicht hat. In diesem Buch wurde die Gedenkfeier mit keinem Wort erwähnt. Das Lemgoer Beispiel zeigt die Ambivalenz der Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in den frühen Nachkriegsjahren sowie ihre Wirkungen, die bis in die Gegenwart reichen.

Am Ende der Publikation ist die Rede abgedruckt, die Dr. Ulrich Walter, Direktor des Lemgoer Gymnasiums, im Rahmen der Gedenkfeier gehalten hat.