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„Das ist Unterricht, wie ich ihn mir wünsche!“ Ministerin Barbara Sommer begrüßt Gedenkstättenbesuche von Schulklassen

Verfasst am 09. März 2008

„Ein Unterricht, der alle Sinne anspricht“, mit diesen Worten lobte NRW-Schulministerin Barbara Sommer am vergangenen Freitag die pädagogische Arbeit der NS-Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen. Bei einem Besuch im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, dem EL-DE-Haus, informierte sich die ausgebildete Pädagogin über Schülerprojekte zur NS-Zeit. Sie traf dabei auf eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen, die ihr berichteten, wie sie sich mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinandergesetzt haben. Im Rahmen des „Jugend- und Schülergedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus“ Ende Januar hatten die Schüler eigene Schautafeln und Collagen erarbeitet und in einer Ausstellung im Stadthaus Köln-Deutz präsentiert.

Bei der Begrüßung der Ministerin kritisierte Dr. Werner Jung, Leiter der Kölner Einrichtung, dass der Besuch von Gedenkstätten immer wieder als Unterrichtsausfall gewertet werde: „Mitarbeiter von Gedenkstätten berichten nicht selten, dass Lehrer Besuche mit der Klasse in einer Gedenkstätte mit der Begründung absagen, ihr Direktor werte dies als Unterrichtsausfall.“ Ministerin Sommer betonte, dass sie die Gedenkstätten-Besuche im Rahmen des Unterrichts sehr befürworte. An Orten wie dem ehemaligen Gestapo-Gefängnis werde etwas „ganz authentisch“ erfahrbar: „Dieses Haus ist ein hervorragender außerschulischer Lernort und damit vielleicht von höherer Bedeutung als der Klassenraum selbst.“ Und weiter: „Was Sie hier machen, ist Menschenbildung, wie wir sie uns wünschen.“ Selbstverständlich sei das Arbeiten und Lernen der Schüler dort alles andere als ein Unterrichtsausfall. Auch der mitangereiste migrationspolitische Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag, Michael Solf, setzte sich nachdrücklich für den Besuch von Gedenkstätten ein.

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