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Antisemitismus heute Ein Problem in der politischen Bildungsarbeit

Verfasst am 21. Oktober 2009

Jüdische Gemeinden in Deutschland sind besorgt über die Zunahme des Antisemitismus. Das Bundeskabinett hat den "Nationalen Aktionsplan der Bundesrepublik Deutschland zur Bekämpfung von Rassismus, Rassendiskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und darauf bezogene Intoleranz" im Herbst 2008 beschlossen. Eine Umsetzung der darin aufgestellten Forderungen steht jedoch noch aus. Dies stellt eine große Herausforderung dar, da insbesondere beim Umgang mit Antisemitismus große Unsicherheiten vorherrschen. Die Broschüre „Antisemitismus als Problem der politischen Bildungsarbeit“, die zweite Veröffentlichung in der Reihe „Materialien und Beiträge der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln“, will Anregungen für die pädagogische Praxis geben. Sie richtet sich vor allem an Personen, die in der politischen Bildungsarbeit tätig sind, aber auch an andere Interessierte, die über das Problem des Antisemitismus genauer nachdenken wollen.

Was ist Antisemitismus und welche Formen gibt es? Wie sehen moderne Formen der Judenfeindlichkeit im Vergleich zum historischen Antisemitismus aus? Wie können festgefahrene Einstellungen zu alten und neuen Vorurteilen pädagogisch so bearbeitet werden, dass Stereotype in Frage gestellt werden? In der Verbindung von inhaltlichen Schwerpunkttexten zu unterschiedlichen Facetten des Antisemitismus und Methoden aus der politischen Bildungsarbeit wird der Umgang mit diesem schwierigen Thema in den Mittelpunkt gerückt.

Dabei werden didaktisch-methodische Zugänge, mit denen die Autoren und Autorinnen dieser Broschüre im Umfeld von gewerkschaftlicher, universitärer, schulischer und außerschulischer Bildungsarbeit bereits zahlreiche Erfahrungen gesammelt haben, vorgestellt. Ins Zentrum des Bildungsprozesses sind Prinzipien der Handlungsorientierung und des Perspektivwechsels gerückt worden, um von verschiedenen Seiten das Phänomen des Antisemitismus selbst - und nicht die Auffassungen einzelner Personen - zu beleuchten. Bei den dargestellten Rollenspielen und Simulationen von beispielhaften Situationen, die in einem Zusammenhang mit Antisemitismus stehen, ist Material entstanden, das sich gemeinsam reflexiv bearbeiten lässt.

Bei der neu erschienenen Broschüre „Antisemitismus als Problem der politischen Bildungsarbeit“ handelt es sich um eine Kooperationsproduktion zwischen der Kölnischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus.

Marcus Meier (Hrsg.): Antisemitismus als Problem der Politischen Bildungsarbeit. Pädagogische und Didaktische Handreichungen für MultiplikatorInnen. 68 S., Köln 2009, Schutzgebühr: Euro 3,- zzgl. Versandkosten.

Bestellungen der Broschüre über den Buchhandel oder per E-Mail oder Telefon unter:

0221/221-26332

ibs@stadt-koeln.de

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