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Verlängerung der Ausstellung: "Mit dem Führer zum Sieg?" Die Sonderausstellung zur Geschichte Herfords im Zweiten Weltkrieg wird bis zum 26. März 2017 verlängert. Neben Führungen gibt es auch pädagogische Angebote.

Verfasst am 19. November 2016

Die Gedenkstätte Zellentrakt verlängert auf Grund des großen Interesses die Ausstellung „Mit dem Führer zum Sieg?“ bis zum 26. März 2017. Die Ausstellung ist bis zum 18. Dezember 2016 weiterhin und ab 7. Januar 2017 wieder jeden Samstag und Sonntag von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Gruppen und Schulklassen können über die Mailadresse info@zellentrakt.de sowie telefonisch unter 05221/189-257 (Anrufbeantworter nutzen) Termine für Führungen und pädagogische Programme vereinbaren.

Im Laufe der bisherigen Ausstellungszeit übergaben Besucherinnen und Besucher dem Stadtarchiv und Kuratorium zahlreiche weitere Dokumente, die teilweise in der Ausstellung zugänglich gemacht werden.

Jüngstes Beispiel ist die Lesefibel „Gute Kameraden“, die in den 1940er Jahren auch in den Volksschulen in Stadt und Kreis eingesetzt wurde. In diesem Schulbuch wird deutlich, wie schon Sechsjährigen Schülerinnen und Schüler auf ihren künftigen „Dienst“ für das NS Regime eingespielt wurden. Selbstverständlich sind die Beteiligung am Jungvolk, beim der HJ und dem BDM. SA-Leute werden als große Vorbilder dargestellt und schließlich lädt Adolf Hitler gottgleich selbst zu seinem Geburtstag ein. Vom Krieg ist noch keine Rede, aber selbstverständlich bekommt der Junge zu Weihnachten ein Gewehr…

Das Buch und viele andere Dokumente sind in der Ausstellung zu betrachten.

Weitere Infos zur Ausstellung

70 Jahre nach dem Kriegsende und der Befreiung vom NS-Regime zeigt die Ausstellung mit zahlreichen Dokumenten, Zeitzeugenberichten und Originalexponaten aus der Region, wie es der Bevölkerung an der „Heimatfront“ und den Soldaten aus dem Raum Herford in den Kriegsjahren erging und wie die Verfolgung von Minderheiten fortgesetzt und bis zur Vernichtung gesteigert wurde.

Mit dem Kriegsbeginn 1939 begannen auch im Raum Herford tiefgreifende Veränderungen: Die Männer mussten in den Krieg, die Familien erlebten an der „Heimatfront“ neben der Sorge um ihre Angehörigen Not und Bombenkrieg. Die Ausgrenzung und Verfolgung von Minderheiten setzte sich fort bis zur massenhaften Ermordung. Auch der Raum Herford wurde schließlich zum Kriegsschauplatz, bis der militärische Zusammenbruch und die Befreiung durch die Alliierten im April/Mai 1945 die Menschen erlöste.

Offizielle Dokumente, aber vor allem private Fotos und Briefe aus dem Krieg und von der Heimatfront ergeben zusammen ein Bild der Geschehnisse und vermitteln, was die ganz normalen Menschen vom Krieg erfuhren und erlebten. Die Gestaltung der Ausstellungstafeln ermöglicht den Zugang zum Thema sowohl über eine vergleichende chronologische Verfolgung der Geschehnisse im Raum Herford sowie im Krieg allgemein, als auch einen Zugang über die Auswahl einzelner Themen und persönlicher Schicksale durch die Kriegsjahre.

Die Ausstellung sensibilisiert dafür, wie Krieg, Verfolgung und ein diktatorisches Regime den Alltag beeinflussten und welche Haltungs- und Handlungsmöglichkeiten angesichts der Entwicklungen im Nahen Osten und Flucht und Vertreibung aus Kriegsgebieten auch für heute daraus abgeleitet werden können.

Zur Ausstellung gibt es pädagogische Materialien, die bei Führungen von den Schulklassen in der Ausstellung genutzt werden können, und eine umfangreiche Materialsammlung, nicht als Dokumentation der Ausstellungstafeln und –Exponate, sondern als Ergänzung zur Zusammenfassung der in der Ausstellung erscheinenden Themen und Texte. Ergänzend können die sich im Archiv des Vereins für Herforder Geschichte befindliche Kriegschronik der Stadt Herford, verfasst von Gustav Schierholz und kommentiert übertragen von Volker Beckmann sowie verschiedene in Original und Kopie vorliegenden Feldpostbriefsammlungen und Kriegsfotoalben als Quellenmaterial herangezogen werden. Alle Materialien werden unter www.zellentrakt.de zugänglich gemacht. Jutta und Jürgen Heckmanns haben in 3 Videofilmen Herforder Zeitzeugen befragt. Die Filme über Renate Späth, Inge Gravenkamp und Walter Heinemann werden in der Ausstellung gezeigt, sind nach Absprache aber auch kommentiert in Schulen einzusetzen.

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