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Gründungsinitiative: Verein für Hemeraner Zeitgeschichte e. V. Einladung zur Gründungsversammlung

Verfasst am 06. April 2005

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wenn die Bundeswehr aus Hemer abzieht, stellt sich die Frage, was denn mit dem Gedenkraum für die Opfer des Stalag VI A geschehen wird. Es sollte Ziel aller geschichtsbewussten Hemeraner sein, hier weiterhin ein würdiges Gedenken zu ermöglichen und vor Ort die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema weiterzuführen. 1995 erschien das Buch „Stalag VI A in Hemer – Eine Dokumentation“. Die 2.100 Exemplare sind seit Jahren vergriffen, so dass eine überarbeitete Neuauflage erforderlich ist, zumal es auch etliche neue Forschungsergebnisse gibt. (Auch die russische Version dieses Buches in nicht mehr erhältlich.)

Bis jetzt wurden die Aktivitäten hauptsächlich durch den locker organisierten Arbeitskreis Stalag VI A getragen. Diese Aufgaben lassen sich aber nicht mehr ohne weiteres allein schultern. Besonders die Einwerbung von Sponsorengeldern und Fördermitteln der öffentlichen Hand ist einem Arbeitskreis nicht möglich, da keine Spendenbescheinigungen erstellt werden können und Fördergelder nur an juristische Personen vergeben werden. Daher wollen wir mit einem eingetragenen Verein eine breitere personelle und organisatorische Basis schaffen und allen interessierten Hemeranern die Möglichkeit zu eröffnen, sich zu beteiligen – aktiv oder als Fördermitglied.

Es soll jedoch keinesfalls ein Verein werden, der sich ausschließlich mit dem Thema Stalag VI A befaßt, sondern der sich auch mit anderen Fragen der Hemeraner Zeitgeschichte (vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart) beschäftigt. Dabei werden die Gesellschafts-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Region in den nächsten Jahren ihren festen Platz finden. Dazu gehören z. B. Zeitzeugeninterviews, Sicherung von geschichtsträchtigen Materialien aus Privatbesitz, Foto-dokumentationen, Förderung von Veröffentlichungen… Dabei ist angestrebt, diese Aktivitäten in Abstimmung und Kooperation mit anderen Einrichtungen (z. B. Stadtarchiv) oder Vereinen (z. B. BHV) durchzuführen.

Da wir wissen oder annehmen, dass Sie an diesem Themenkreis Interesse zeigen, möchten wir Sie ganz herzlich einladen zur

Gründungsversammlung des Vereins für Hemeraner Zeitgeschichte

am 19. April 2005 um 19.30 Uhr im Paul-Schneider-Haus (Ostenschlahstr. 2).

Wir haben schon einmal einen Satzungsentwurf erstellt, in dem wir die Ziele des Vereins so dargestellt haben:

„Der Verein hat die Aufgabe, die Zeitgeschichte Hemers und des heimischen Raumes vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart zu erforschen, zu dokumentieren und die Ergebnisse in geeigneter Form der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der Verein fühlt sich besonders dem Gedenken an die Opfer des Stalag VI A verpflichtet. Hier strebt der Verein die Betreuung und konzeptionelle Weiterentwicklung einer entsprechenden Dauerausstellung in Hemer an; auch sollen Publikationen über dieses Thema (auch in Fremdsprachen) und eine Präsentation im Internet einem großen Personenkreis die Möglichkeit geben, sich zu informieren.

Ferner beteiligt der Verein sich an Gedenkveranstaltungen, die den Opfern der Kriege und der nationalsozialistischen Terrorherrschaft gewidmet sind. Der Verein bemüht sich, Mitglieder für Vorträge, Diskussionen und Führungen zur Verfügung stellen zu können.

Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist die Gesellschafts-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte des heimischen Raumes.

Diese Aktivitäten können in Abstimmung und Zusammenarbeit mit der Stadt Hemer (besonders dem Stadtarchiv), anderen Vereinen (z. B. Bürger- und Heimatverein) und Organisationen stattfinden.“

Um einen größeren Kreis zu erreichen, werden wir unsere Idee in den nächsten Tagen auch noch der heimischen Presse vorstellen.

Wir würden uns sehr freuen, Sie zu der Gründungsversammlung begrüßen zu können. Selbstverständlich stehen wir im Vorfeld gerne für weitere Gespräche und Auskünfte zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

Peter Klagges, Emil Nensel, Arne Hermann Stopsack, Hans-Hermann Stopsack und Eberhard Thomas

Hemer, im März 2005

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