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Ausstellung Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus"
Entstehung der Dokumentationsstätte

Gebäude der heutigen Dokumentationsstätte an der Cranger Straße (damals Bismarckstraße) um 1912
Das Hauptgebäude der heutigen Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus" wurde 1907 vom damaligen Amt Buer als Polizeikommissariat errichtet. 1932 zog die Polizei in einen neuen Anbau des Gebäudes, im Hauptgebäude kam eine Zweigstelle der Sparkasse unter.
Nach der "Machergreifung" der Nationalsozialisten im Jahr 1933 zogen im ersten Obergeschoss die Ortsgruppenleitung Buer-Erle der NSDAP und die Erler SA ein. Im Hauptraum, wo sich zunächst das Büro des Ortsgruppenleiters und später ein Schulungsraum befand, wurde eine Wandinschrift angebracht, die das NSDAP-Programm von 1920 wiedergibt. Nach der Befreiung vom Nationalsozialismus wurde die Wandinschrift übermalt.
Das Gebäude wurde bis in die 1950er Jahre weiter von der Stadtsparkasse und nun auch von einer Außenstelle des Einwohnermeldeamtes genutzt. Die Polizei verblieb im Gebäude bis 1976. Vorübergehend wurde eine Lehrwerkstatt für Näherinnen in dem Haus untergebracht. Die Erdgeschossräume standen seit den 1980er Jahren einer Zweigstelle der Stadtbücherei zur Verfügung.

Gebäude der Dokumentationsstätte an der Cranger Straße 323
Nachdem im Sommer 1986 die Wandinschrift wieder entdeckt worden war, wurde durch den Rat der Stadt Gelsenkirchen beschlossen, in den historischen Räumlichkeiten eine Dokumentationsstätte über die Zeit des Nationalsozialismus einzurichten. Das Gebäude konnte nach umfangreichen Renovierungs- und Umbaumaßnahmen, die aus Mitteln zur Stadterneuerung des Landes NRW gefördert wurden, und nach entsprechender wissenschaftlicher Forschungsarbeit am 8. Mai 1994 eröffnet werden.
Die Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus" ist Teil des Instituts für Stadtgeschichte (ISG). Das ISG ist eine von der Stadt getragene öffentliche Einrichtung. Es wurde 1989 vom Rat der Stadt Gelsenkirchen gegründet und nahm am 1. September des gleichen Jahres seine Arbeit auf.
Die Dauerausstellung

Wandinschrift des 25-Punkte-Programms der NSDAP von 1920 - Raum 4
Das Gebäude der Dokumentationsstätte war während des "Dritten Reiches" Sitz einer NSDAP-Ortsgruppe. In einem Büro und späterem Schulungsraum wurde eine über die gesamte Zimmerwand verteilte Wandinschrift angebracht. Diese Wandinschrift, die einen der wenigen authentischen Überreste aus der NS-Zeit in Gelsenkirchen darstellt, gibt das NSDAP-Programm von 1920 wieder und ist heute in der Einrichtung zu besichtigen.
Die Dauerausstellung "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus" befindet sich an einem Ort, den die Nationalsozialisten für ihren Herrschaftsapparat nutzen. Sie dokumentiert schwerpunktmäßig die Geschichte der Nationalsozialisten und der Masse der Bevölkerung, die sich dem Regime nicht verweigerte. Notwendigerweise wird in der Dauerausstellung auch der Widerstand gegen den Nationalsozialismus behandelt und es wird natürlich auch auf die zahlreichen Opfer der NS-Politik eingegangen. Schwerpunkt der Ausstellung ist aber das Verhalten der Vertreter des NS-Systems, das Leben der "normalen" Mehrheitsbevölkerung und deren Beteiligung an den Verbrechen während des "Dritten Reiches" sowie deren Wahrnehmung der Realität des NS-Regimes. Diese Orientierung der Einrichtung soll auch der Name der Dokumentationsstätte "Gelsenkirchen im Nationalsozialismus" deutlich machen.
Der Aufbau der Dauerausstellung
Im Treppenaufgang wird die Geschichte des Hauses an der Cranger Straße 323 dargestellt.
Der Raum 1 dokumentiert die fehlende demokratische Kultur in der Zeit der Weimarer Republik, die krisenhafte Wirtschaftslage und die soziale Situation der Bevölkerung als Hintergrund des Aufstieges der Nationalsozialisten.
Der Raum 4 zeigt die Wandinschrift des 25-Punkte-Programms der NSDAP und dokumentiert die Folgen der nationalsozialistischen Ideologie.
Der Raum 5 beschreibt die Gruppen und Formen des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus und die Verfolgung Andersdenkender durch die nationalsozialistischen Behörden.






